Akten müssen zurück ins Bistum

Alle Akten, die aus dem Erzbistum in Zusammenhang mit der Operation "Kelch" mitgenommen worden sind, müssen zurückgegeben werden. Das hat der Anwalt von Kardinal Godfried Danneels, Fernand Keuleneer, bestätigt.

Es handelt sich um die Hausdurchsuchungen Ende Juni im Bistum von Mechelen und in der Privatwohnung von Kardinal Godfried Danneels. Diese fanden in Zusammenhang mit anderen Hausdurchsuchungen statt, also der Operation "Kelch". Die wiederum wurde vor dem Hintergrund der Ermittlungen gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche durchgeführt.

Fahnder durchsuchten damals das Erzbistum in der Sankt-Romboutskathedrale und die Privatwohnung von Kardinal Danneels und beschlagnahmten die Akten. Die Hausdurchsuchungen verursachten jede Menge Aufhebens, weil diese mit viel Aufwand durchgeführt wurden und in der Kathedrale sogar eine Gruft aufgebohrt wurde.

Zuvor hatte sich der Untersuchsrichter Wim De Troy geweigert, die Akten zurückzugeben, aber der Anwalt von Danneels war dagegen in Berufung gegangen. Die Berufungsinstanz hat nun geurteilt, dass die Hausdurchsuchungen unrechtmäßig durchgeführt wurden. Dadurch müssen alle Akten wieder ausgehändigt werden. Außerdem sind alle Ermittlungsvorgänge, die auf Basis dieser Operation erfolgt sind, für nichtig erklärt worden.

Schon im August hatte die Berufungsinstanz beschlossen, dass alle Akten, die bei den Hausdurchsuchungen der Adriaenssens-Kommission beschlagnahmt wurden, zurückgegeben werden müssen.

Der Untersuchungsrichter Wim De Troy (Foto) scheint nun alles Material, das er bei den Hausdurchsuchungen im Rahmen der Operation Kelch ergattert hat, wieder zu verlieren. Trotzdem wollen die Fahnder laut dem Anwalt von Danneels, Keuleneer, in ihren Ermittlungen fortfahren. "Der Untersuchungsrichter ist nicht von den Ermittlungen abgezogen worden, es kann also weitergemacht werden, aber das Ganze muss korrekt passieren."