Westvleteren will Vangheluwe nicht mehr

Dem ehemaligen Bischof von Brügge Roger Vangheluwe ist nahegelegt worden, die Abtei von Westvleteren zu verlassen. Nachdem öffentlich wurde, dass Vangheluwe jahrelang einen Neffen missbraucht hatte, hat er sich dorthin zurückgezogen. Das sollte jedoch nur für vorübergehend sein, heißt es im Bistum.

Nachdem bekannt wurde, dass Vangheluwe jahrelang einen Neffen missbraucht hatte, trat der damalige Bischof von Brügge am 23. April zurück. 

Da die Tat zu diesem Zeitpunkt bereits verjährt war, konnte Vangheluwe einer Strafe durch die Kirche - Zurückversetzung in den Laienstand - entkommen und zog sich in die Abtei von Westvleteren zurück.

Anfang der Woche hatte der Kirchenjurist und Senator der flämischen Christdemokraten Rik Torfs Vangheluwe aufgefordert, auf sein Priesteramt zu verzichten. "Das wäre vielleicht eine Strafe, die ihm der Papst auferlegen könnte, aber ich würde ihn gerne bitten: Machen Sie das von sich aus! Machen Sie das aus Respekt vor dem Opfer, aus Respekt vor Ihnen selbst und aus Respekt vor der Kirche, die schon geschädigt genug aus dieser Sache hervorgeht."

Inzwischen mehren sich die Stimmen auch innerhalb der Kirche, unter anderen im Bistum von Brügge, die fordern, dass Vangheluwe auch sein Priesteramt offiziell niederlegt.

Vangheluwe sollte am besten auch die Abtei von Westvleteren verlassen, fügte der Sprecher des Bistums Brügge noch hinzu. "Ich denke, dass das eine gute Wahl wäre, denn er wollte nur  vorübergehend nach Westvleteren kommen und deshalb kann und darf er nicht bleiben. Klar, dass dem jetzt ein Ende gemacht werden muss und wir nähern uns wahrscheinlich dem Moment, in dem eine definitive Lösung gefunden werden muss", sagte Peter Rossel, Sprecher des Bistums.

Kommenden Montag gibt Erzbischof André-Joseph Léonard eine Pressekonferenz in dieser Sache.