Vangheluwe wird an geheimem Ort leben

Roger Vangheluwe, der ehemalige Bischof von Brügge will sich an einen geheimen Ort zurückziehen und über sein Leben und seine Zukunft nachdenken. Das hat er über den Sprecher der Bischofskonferenz am Samstag mitgeteilt.

Vangheluwe hatte zuvor Kontakt zum Sprecher der Bischofskonferenz, Jürgen Mettepenningen (Foto) aufgenommen, der nun eine kurze Botschaft des ehemaligen Bischofs vorlas.

"Am 23. April bin ich als Bischof von Brügge zurückgetreten und habe gesagt, dass mir das, was ich getan habe unendlich leid tut. Ich habe damals um Vergebung gebeten und mich bei dem Opfer, seiner Familie und der ganzen Kirchengemeinschaft entschuldigt. Über diesen Weg möchte ich das noch einmal machen."

"Es tut mir umso mehr Leid, jetzt da ich weiß, wie viel Schaden durch mein Zutun angerichtet wurde. Viele sind in die Spirale des Kummers und Elends nach unten gezogen worden, darunter auch Kardinal Danneels. Ich will nochmals Schuld bekennen und die Kirche, die Gesellschaft und die Personen, die durch das Leid gezeichnet sind, um Vergebung bitten.

"Ich bin dem Abt und der Gemeinschaft der Abtei in Westvleteren für ihre Gastfreundschaft während der letzten Monate sehr   dankbar. Ich werde ab heute irgendwo an einem geheimen Ort außerhalb des Bistums Brügge über mein Leben und meine Zukunft nachdenken."

In den vergangenen Wochen hatte der Druck auf Vangheluwe stark zugenommen. Stimmen waren laut geworden, auch innerhalb der Abtei von Westvleteren, dass Vangheluwe die Abtei verlassen müsse, in die er sich nach Bekanntwerden seiner Schande vorübergehend zurückgezogen hatte.

Auf den Vorschlag, sein Priesteramt niederzulegen, wie es der CD&V-Senator und Professor für Kirchenrecht Rik Torfs gefordert hatte, geht Vangheluwe (vorläufig) nicht ein. Inzwischen soll Vangheluwe die Abtei verlassen haben.