"Kein offener Guerilla-Krieg in Afghanistan"

Belgiens Verteidigungsminister Pieter De Crem (CD&V) entkräftete am Sonntag Bemerkungen von belgischen Offizieren über die Risiken des Einsatzes der Soldaten aus unserem Land in Afghanistan. Seiner Ansicht nach herrsche dort kein "Guerilla-Krieg".

Am Sonntagmorgen hatte ein Offizier der belgischen Armee im Lager von Kunduz in Nord-Afghanistan bemerkt, dass dort ein offener Guerilla-Krieg geführt werde. Doch nach Ansicht von Verteidigungsminister De Crem ist der genannte Begriff aus seinem Kontext gerückt worden: "Guerilla ist ein militärischer Begriff. Der Offizier meinte, dass es dort immer Menschen gebe, die eine Waffe tragen und die schießen können.“

Ein Radiojournalist unseres Hauses VRT hatte am Morgen Schüsse gehört, doch für Pieter De Crem waren dies wohl eher Freudenschüsse, denn die Moslems würden gerade das Ende des Ramadan feiern.

"Ich habe mich gerade erst bei der militärischen Führung informiert. In letzter Zeit gab es keine Vorkommnisse, in die belgische Soldaten verwickelt waren“, so der flämische Christdemokrat im VRT-Sonntagsprogramm "De zevende dag – Der Siebte Tag“.

Der Minister sieht derzeit keinen Grund dafür, die belgischen Soldaten aus Afghanistan zurückzuziehen, wie die flämischen Sozialisten SP.A fordern.

Seit der Vertreibung der Taliban habe das Land einen Fortschritt unternommen und habe sich aus dem Mittelalter in die moderne Zeit bewegt, so De Crem: "Viele Gegenden sind inzwischen säkularisiert und in der Region Kabul ist die Macht mittlerweile an die afghanische Armee übertragen worden.“

Die belgische Bundesregierung sei der Ansicht, dass sich unser Land am besten hinter die Pläne von US-Präsident Obama schart, der das Land weiter "afghanisieren“ werde. Dies sei ohnehin der Auftrag, für den die belgischen Soldaten am Hindukusch im Einsatz seien. Belgien müsse dabei helfen, die afghanische Armee weiter auszubilden, auch wenn es dabei noch Probleme gebe.

Zum Beispiel würden 40 % der Soldaten in Afghanistan im Laufe der Zeit desertieren. Doch die belgischen Ausbilder würden Zucht und Ordnung in die Truppe bringen, auch wenn hierbei noch ein langer Weg zu gehen wäre.