Weniger Schwarzarbeit in Belgien

Der Kampf gegen die Schwarzarbeit in Belgien wird kaum dabei helfen, das Loch der Staatskasse zu füllen. Der Umfang der Schwarzarbeit ist nach einer neuen Studie der belgischen Nationalbank zu gering, um entsprechende Einnahmen für den Staatshaushalt umsetzen zu können.

Die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa (OECD) schätzte noch vor Kurzem den Umfang der Schwarzarbeit in Belgien auf 17,9 % des Brutto-Inlandsprodukts (BIP). Doch die Zahlen der belgischen Nationalbank fallen wesentlich geringer aus und sprechen von 3,3 % des BIP.

Carl Devlies (CD&V - Foto), Belgiens Staatssekretär für Betrugsbekämpfung, führt den Unterschied zwischen diesen Zahlen darauf zurück, dass die OECD den Begriff „Betrug“ breiter auslegt und auch Bereiche, wie das Umgehen von Steuern und illegale sowie informelle Ökonomie mit einbezieht.

Zudem arbeite man dort auf Basis von anderen Ländern und übertrage dies auf Belgien.

Weniger Schwarzarbeit liefert aber auch weniger Einkommen für die Staatskasse in Belgien, so paradox dies auch klingen mag. Geldstrafen, die nach Ermittlungen gegen Schwarzarbeit fällig werden, sollten dem Haushalt 20 bis 25 Milliarden € einbringe, doch die Schätzungen der Nationalbank stellen nur noch 6 bis 7 Milliarden € in Aussicht.

In der kommenden Regierperiode, die bis 2014 andauern wird, kann demnach nur rund 2 Milliarden € in den Staatssäckel fließen - nur 10 % von dem, was eigentlich erhofft wurde.

Allerdings bleiben rund 17 % der belgischen Wirtschaft sensibel für Betrug, Steuerhinterziehung oder Schwarzarbeit, unter anderem das Gaststättengewerbe und die Bauwirtschaft - alles Bereiche, die direkt in Verbindung zu den Verbrauchern stehen.