Mutter des ermordeten Jungen angeklagt

Im Fall des ermordeten vierjährigen Jungen aus Braine-L'Alleud gehen die Ermittler von einem Familiendrama aus. Die Mutter des Jungen bleibt in Haft. Der Staatsanwaltschaft zufolge reiche die Beweislage für eine Anklage aus. Sie selbst leugnet die Schuld.

Der Staatsanwalt von Nivelles bestätigte, dass es zuvor in der Familie bereits Probleme gegeben habe. Die Mutter wurde am Donnerstag verhaftet, der geschiedene Vater, der in Brüssel wohnt, steht zunächst nicht unter Verdacht.

Der Junge im Alter von viereinhalb Jahren war am Mittwochabend mit durchgeschnittener Kehle in Braine-L'Alleud (Wallonisch-Brabant) von einem Jogger gefunden worden.

Die Stelle liegt unweit des Hauses, in dem der Junge mit seiner syrischen Mutter und seiner 16-jährigen Schwester wohnte. Fest steht inzwischen, dass der Junge nicht an der Stelle ermordet wurde, an der er gefunden worden ist.

Nach den Verhören der Mutter des Jungen bleibt diese also weiter in Untersuchungshaft. Die 16-jährige Tochter ist vorübergehend in einer Jugendeinrichtung untergebracht worden.

Den Ermittlern war aufgefallen, dass in dem Haus gründlich geputzt worden war. Die Schwester hatte das Verschwinden ihres Bruder auch erst gemeldet, als dieser bereits gefunden war. In ihrem ersten Verhör hatten Mutter und Schwester zudem widersprüchliche Aussagen gemacht.

Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass das Drama die Folge familiärer Probleme ist.