Belgien stockt Pakistanhilfe auf

Belgien wird seine Hilfsgelder für die Flutopfer in Pakistan um 4 Millionen auf insgesamt 6 Millionen Euro erhöhen. Das kündigte Entwicklungshilfeminister Charles Michel auf einem außerordentlichen Ministertreffen am Sitz der Vereinten Nationen in New York an.

"Knapp zwei Monate nach den katastrophalen Überschwemmungen in Pakistan bitten die Vereinten Nationen und ihre Partner um 2 Milliarden Dollar (1,53 Milliarden Euro) Hilfsgelder, um bis zu 14 Millionen Menschen 12 Monate lang zu unterstützen", so die Organisation. Damit hatten die Vereinten Nationen am Freitag den größten Spendenaufruf ihrer Geschichte gestartet.

Am 11. August hatte die UNO schon einmal einen Hilfsappell lanciert. Damals bat sie um 459 Millionen Dollar. Davon konnten inzwischen 80 Prozent zusammen getragen werden. Das heißt, dass immer noch rund 1,6 Milliarden Dollar gefunden werden müssen.

Das Geld soll in 483 Projekte fließen, die von 15 UN-Abteilungen, der internationalen Organisation für Migration und 156 nationalen und internationalen Nicht-Regierungsorganisationen geführt werden. Konkret soll es für Flüchtlingslager, Nahrungsmittel, Geundsheitsversorgung, Unterkünfte, für das Unterrichtswesen und andere dringende Nöte verwendet werden.

Rund 20 Prozent des pakistanischen Gebietes hatte in den letzten Wochen mit Überschwemmungen zu kämpfen. Von der Flutkatastrophe sind rund 21 Millionen Menschen betroffen. Laut UN-Angaben, haben rund zehn Millionen Menschen unter ihnen noch stets kein Dach über dem Kopf. UN-Vertreter hatten sich zuletzt wiederholt über die langsame Reaktion der internationalen Gemeinschaft beklagt.

Belgien wird auf den erneuten UN-Spendenaufruf eingehen und seinen Hilfsbeitrag verdreifachen. "Ich habe den Entschluss gefassst, 4 Millionen zusätzliche Hilfsgelder für Pakistan zur Verfügung zu stellen. Priorität soll dabei die Nahrungsmittelsicherheit haben", so der Minister für Entwicklungszusammenarbeit, Charles Michel.

Insbesondere die USA fürchten, dass die Taliban und Al Qaeda diese Katastrophe ausnutzen, falls die internationale Gemeinschaft nicht genügend Hilfe zur Verfügung stellt.

Bei dem Treffen in New York haben neben Belgien auch andere Länder, zum Beispiel Deutschland und Großbritannien, die Aufstockung ihrer Hilfen für Pakistan angekündigt.