Belgischer Rückzug aus Afghanistan 2012?

Die belgische Präsenz in Afghanistan ist mit 600 Soldaten im Rahmen der Nato-geführten Mission ISAF hauptsächlich militärisch. Das könnte sich ab 2012 schnell ändern, so der scheidende Außenminister Steven Vanackere bei einer Generaldebatte vor der UNO-Vollversammlung in New York.

Nach 2011, so der Minister am Donnerstag in seiner Rede,  werde stets mehr zivile Hilfe für die afghanische Bevölkerung in den Vordergrund treten.

Vanackere erinnerte daran, dass die scheidende Regierung im April beschlossen hatte, die belgische Mission in Afghanistan bis Ende 2011 zu verlängern. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund zwölf Millionen Euro.

Der Minister sagte weiter, dass 2011 ein "entscheidendes Jahr" für die Übergabe von mehr Verantwortung der internationalen Truppen an die afghanischen Behörden werde.

Die Äußerungen von Vanackere gehen in die gleiche Richtung wie die Auffassungen der sieben Parteien, die versuchen, in Belgien eine neue Regierung zu bilden. Die allgemeine Tendenz ist, dass die belgischen Truppen bei ISAF so schnell wie möglich zurückgezogen werden sollten. Was die flämischen Sozialisten betrifft, so wollen diese, dass die belgischen F16-Jagdbomber unmittelbar abgezogen werden.