Französischsprachige für geeintes Belgien

So ziemlich alle Wallonen wollen ein geeintes Belgien. Würde Belgien auseinanderfallen, bevorzugt die Mehrzahl eine Föderation mit Brüssel. Die Brüsseler wünschen sich in diesem Fall, dass die Hauptstadt unabhängig wird oder unter europäische Verwaltung kommt.

Das ist das Ergebnis zweier unabhängig voneinander durchgeführten Umfragen über die Zukunftserwartungen der Wallonen und Brüsseler von den französischsprachigen Zeitungen La Libre Belgique und Le Soir.

So gut wie alle Französsichsprachigen hängen an Belgien. Viele wünschen sich sogar das alte einheitliche Belgien, wie es vor der 1. Staatsreform war, zurück.

Sollte Belgien dennoch auseinander fallen, ist nur 8 Prozent der Wallonen für ein unabhängiges Wallonien. Einen Anschluss an Frankreich können sich noch weniger Wallonen vorstellen. Die meisten Wallonen bevorzugen dann eine Föderation mit Brüssel. Diese Meinung vertreten vor allem die Wallonen in Wallonien.

Anders sieht das Ergebnis der Umfrage unter den Einwohnern Brüssels aus. Die Brüsseler wünschen sich bei einem Auseinanderbrechen Belgiens einen unabhängigen Stadtstaat oder dass Brüssel unter europäische Verwaltung kommt. Brüssel als integrierter Teil Flanderns kommt für fast keinen französischsprachigen Brüsseler in Frage.

Belgien

Seit der Unabhängigkeit 1830 und Verfassungsgebung 1831 ist Belgien eine parlamentarische Monarchie.

In den 1970er Jahren wurde die Staatsorganisation dezentralisiert und in einen Bundesstaat umgewandelt.

Der Bundesstaat Belgien ist in drei Gemeinschaften (flämische, französische, deutschsprachige) und drei Regionen (Flandern, Wallonien, Brüssel) gegliedert.