Smet will Englisch als 1. Fremdsprache

Flanderns Bildungsminister Pascal Smet (SP.A) schlägt vor, Englisch als erste Fremdsprache in der Schule einzuführen. Er will dies seinen EU-Kollegen vorschlagen. In Flandern sollte also nicht Französisch die erste Fremdsprache sein.

Anläßlich des europäischen Tags der Sprachen hat Smet folgende Idee vorgebracht: "Wir stellen fest, dass die Europäische Einheit stottert und das liegt daran, dass wir nicht die gleiche Sprache sprechen. Ich komme deshalb mit dieser Idee, obwohl ich weiß, dass es lange dauern wird, bis sie überall akzeptiert ist", so Smet gegenüber unserem VRT-Radio 1.

"Ich finde es logisch, dem Englischen mehr Gewicht im Unterricht zu verleihen, vielleicht sogar schon in der Grundschule. 

"China führte schon vor 2 Jahren Englisch als1. Fremdsprache verpflichtend ein. Weltweit ist sie bereits in der Wirtschaft und Politik die wichtigste Sprache. Es ist auch die Arbeitssprache in vielen Unternehmen", führt Smet aus.

Die Kritik, dass der flämische Bildungsminister vor dem Hintergrund der schwierigen Verhandlungen zur Bildung einer neuen belgischen Regierung und einer schwierigen Föderalismusreform für seinen Vorschlag einen denkbar schlechten Zeitpunkt gewählt habe, weist dieser zurück.

"Natürlich bleibt die dritte Sprache immer noch sehr wichtig und bei uns wird das dann Französisch sein. Ich mache diesen Vorschlag anläßlich des europäischen Tags der Sprachen und nicht aus politischem Kalkül im eigenen Land", so Smet noch.

Befürchtet er dann nicht, dass die Französischkenntnisse noch schlechter werden? "Indem das Interesse für Fremdsprachen durch Englisch geweckt wird, kann man die Schüler auch wieder mehr für Französisch begeistern", betont Smet.