Brüssel: Der ASEM-Gipfel ist gestartet

Alle zwei Jahre findet der ASEM-Gipfel statt. Im Zuge des belgischen EU-Vorsitzes treffen sich die politischen Spitzen Europas und Asiens in Brüssel. Bei dem Treffen stehen wirtschaftliche und politische Probleme auf der Tagesordnung, z. B. die weltweite Finanzkrise.

Zu den hohen Gästen, die Herman Van Rompuy als EU-Ratspräsident begrüßte, gehören unter anderem Chinas Premierminister Wen Jibao, der südkoreanische Präsident Lee Muyng-bak und ein Vertreter des führenden Generalstabs aus Myanmar.

Eigentlich steht diese asiatische Diktatur in Europa auf der "Roten Liste“ der unerwünschten Staaten, doch für das Meeting in Brüssel wurde einem Vertreter aus Myanmar, dem früheren Birma, ein Visum ausgestellt.

Japans Premierminister Naoto Kan wird bei seiner Teilnahme am ASEM-Gipfel gleich ein heißes Eisen anpacken, nämlich der Grenzstreit mit China über einige Inseln in der Gelben See. Er will informell wissen, wie die 46 anderen Länder dazu stehen.

Nach Ansicht des scheidenden belgischen Außenministers Steven Vanackere (CD&V - Foto) ist dieser Gipfel für beide Seiten wichtig und für Europa sogar bedeutend: "Zwei Kontinente, die gemeinsam für mehr als die Hälfte des weltweiten Wirtschaftswachstums stehen, bedeuten eine entscheidende Partnerschaft.“

Asien ist in den vergangenen Jahren zum wichtigsten Handelspartner für Europa geworden, doch unser Kontinent hinkt mittlerweile mit einem empfindlichen Handelsdefizit hinterher - ein Thema, das zu den Schwerpunkten des Gipfels gehört.

Von europäischer Seite her nehmen unter anderem Deutschland Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy am ASEM-Gipfel teil. Großbritannien schickte Vizepremier Nick Clegg.

Sicherheitsmaßnahmen

Die Sicherheitsvorkehrungen in Brüssel wurden für den ASEM-Gipfel  nicht verschärft, trotz einer Warnung der britischen und der US-Regierung vor möglichen Anschlägen durch islamistische Terroristen in Europa.

Das belgische Innenministerium hielt eine Erhöhung der üblicherweise für derartige Anlässe vorgesehen Schutzmaßnahmen für den  EU-Asiengipfel derzeit nicht für notwendig.

Für die Dauer des Meetings wurden der Warandepark, der Königsplatz und die Umgebung des Königlichen Schlosses in der Brüsseler Innenstadt gesperrt.