Opel Antwerpen schließt definitiv

Der Opel-Standort Antwerpen wird wohl Ende des Jahres geschlossen. Opel- Mutterkonzern GM verhandelte bis zuletzt mit zwei potentiellen Übernehmern, doch diese erfüllten die Bedingungen des US-Autobauers nicht.

Nach einer Meldung von Seiten der christlichen Gewerkschaft ACV, die zu allererst am Montagmorgen eintraf, wird der Opel-Standort in Antwerpen wohl unwiderruflich geschlossen.

General Motors bestätigte die Meldung in einer Pressemitteilung und unterrichtete mittlerweile auch die übrig gebliebenen 1.320 Mitarbeiter des Werks.

Keiner der potentiellen Kandidaten für einen Weiterbetrieb oder eine Übernahme konnte die Bedingungen, die Opel-Mutterkonzern General Motors stellte, erfüllen.

Bis zuletzt verhandelte Opel-Europachef Nick Reilly mit einem Investor aus den USA und mit einem Autobauer aus China.

Doch am vergangenen Freitag war die Deadline, die General Motors sich selbst gesetzt hatte, verstrichen. Ein Übernahmekandidat aus dem Automobilsektor wurde also nicht gefunden.

Automontage seit 1925

Damit schließt dieses Traditionswerk, in dem seit 1925 Autos gebaut wurden. Zunächst baute man am GM-Standort Antwerpen Chevrolets und später Fahrzeuge der deutschen Tochter Opel. Schon seit 2008, am Anbeginn der weltweiten Finanz- und Kreditkrise, hingen dunkle Wolken über Opel in Antwerpen.

Alle möglichen Verkaufs- oder Übernahmedeals schlugen fehl, auch die mit dem österreich-kanadischen Zulieferbetrieb Magna, den Gewerkschaften, Opel in Deutschland und auch die flämische Landesregierung sehr gerne gesehen hätten.

Anfang des Jahres begannen erste Fluktuationsmaßnahmen zu greifen und bis Ende Juni verließen rund 1.250 Arbeitnehmer auf freiwilliger Basis das Werk. Die anderen hofften auf eine Übernahme, doch es hat nicht sollen sein…

Zulieferer bedroht

Eine definitive Schließung des GM-Opel-Werks wird für den Standort Antwerpen als Automontage-Region weitere negative Folgen haben. Mehrere Zulieferbetriebe, die bisher im Auftrag von Opel arbeiteten, sind nun ebenfalls bedroht.

Johnson Controls in Geel bei Antwerpen zum Beispiel ist akut in Gefahr. Hier werden Autositze für Opel hergestellt und just-in-time geliefert.

Den 180 Arbeitnehmern wurde für den Fall einer Schließung von Opel bereits ein Sozialplan vorgelegt, der jetzt wohl bis Ende des Jahres umgesetzt werden wird.