Atomgegner dringen in Nato-Gelände ein

Flämischen Friedensaktivisten ist es gelungen, unbemerkt in ein Flugzeughangar auf dem Militärgelände des NATO-Stützpunkts Kleine Brogel einzudringen. Der Hangar ist mit einem Bunker für Atomsprengköpfe ausgerüstet.

Die Friedensaktivisten hätten sich in den letzten Monaten nach eigenen Angaben verschiedene Male auf dem Militärgelände frei bewegen und in 15 der 26 Flugzeughangars eindringen können.

In einem der Hangars befinde sich auch ein Bunker, in dem Atomwaffen gelagert worden seien oder noch immer lagerten, so ein Sprecher der Friedensbewegung.

"Der Bunker, in dem die Atomwaffen gelagert sind, ist unterirdisch. Aufgrund einer Kontrolltafel, die sich in dem Hangar befindet, wissen wir, dass sich dort ein Bunker befindet und vermuten, dass der Bunker noch aktiv ist. Ein Alarmsystem hat verhindert, dass wir bis in den Bunker vordringen konnten", erzählt der Sprecher weiter.

Mit der Aktion wollten die Friedensaktivisten auf die Sicherheitsmängel in Kleine Brogel hinweisen. Dort sollen bis zu 20 Atomwaffen lagern.

Das Verteidigungsministerium reagiert mit Ausflüchten. Dessen Antwort: "Ziel der Absicherung ist, dass keine Aktivisten zum operationellen Kern der Basis vordringen können. Das ist uns auch gelungen."

Ein Kertechnikexperte des Verbandes amerikanischer Wissenschaftler spricht jedoch von einem der seltensten Stunts, der Aktivisten auf einer Atomwaffenbasis gelungen sei, "weltweit einzigartig". Er rechnet damit, dass die amerikanische Regierung diesen Zwischenfall nicht gerade belächeln werde.