Eurostar kauft in Deutschland ein

Das französisch-britisch-belgische Gemeinschafts-Unternehmen Eurostar hat beim deutschen Technologiekonzern Siemens zehn neue Hochgeschwindigkeits-Züge in Auftrag gegeben. Die französische Regierung ist verärgert, weil Alstom, die französische Firma, die bisher die Züge für den Verkehr zwischen London, Paris und Brüssel lieferte, den Auftrag nicht erhalten hat.

Die 28 Hochgeschwindigkeitszüge, die Alstom bislang für Eurostar gebaut hat, sind inzwischen 16 Jahre im Dienst.

Der Vertrag von Eurostar mit Siemens hat einen Wert von 600 Millionen Euro und das ist der Betrag, mit dem Alstom gerechnet hatte. Insgesamt investiert der Eurostarbetreiber 800 Millionen Euro in neue Züge und die Erweiterung der Verbindungen nach Amsterdam, Genf und Marseille.

Mit dem Auftrag für die neuen Züge sticht Siemens den französischen Rivalen Alstom aus. Paris ist deshalb verärgert. Umweltminister Jean-Louis Borloo und der Staatssekretär für Verkehr Dominique Bussereau sind wie sie selbst sagen "überrascht". Sie erklärten, dass die derzeitigen Sicherheitsvorschriften im Tunnel den Einsatz von Siemens-Zügen nicht erlauben würden. Eurostar wies die Kritik zurück und wird vom britischen Verkehrsminister Philip Hammond unterstützt, der vollstes Vertrauen in die Auswahl von Eurostar hat.

Eurostar ist zu 55 Prozent in den Händen der französischen Eisenbahngesellschaft SNCF, zu 40 Prozent in Händen der britischen Regierung und zu 5 Prozent in Händen der belgischen NMBS.