4:4 nach Nervenkitzel gegen Österreich

Das EM-Qualifikationsspiel zwischen Belgien und Österreich wird in den Analen beider Mannschaften für immer zu finden sein. Der Fußballkrimi endete mit 4:4 und brachte eine Punkteteilung. Doch dieser eine Punkt reicht nicht für die belgischen Ansprüche.

Die Roten Teufel, Belgiens Nationalmannschaft, hat dieses Unentschieden wie eine verlorene Partie empfunden, während die Österreicher als gefühlte Sieger von Platz im Brüsseler König Baudouin-Stadion gehen konnten.

Es war schon ein verrücktes Spiel. Nach einer interessanten ersten Halbzeit, die beim Stand von 1:2 nach Toren von Vossen, Schliemer und Arnautovic abgepfiffen wurde, war für beide Mannschaften noch alles drin. In den Kabinen müsste sich dann auch rumgesprochen haben, dass die Türkei im Gruppenspiel gegen Aserbeidschan verloren hatte. Die zweite Spielhälfte begann denn auch recht heftig, als Fellaini den Ausgleich zum 2:2 erzielte.

Nach knapp einer Stunde traf Schiemer dann erneut zur österreichischen Führung und die Sache schien für die Gäste im Sack. Doch die Belgier kamen zurück. Und wie! Kurz vor dem Ablauf der regulären Spielzeit - eine längere Nachspielzeit lag schon in der Luft - traf Ogunjimi zum 3:3 und Lombaerts erzielte die Führung.

Offensichtlich profitierten die Belgier dann doch noch von den Lücken, die nach der Roten Karte für Scharner nach einer überflüssigen Tätlichkeit in der österreichischen Spielweise entstanden.

Aber, dann regierte der Übermut. Anstatt angesichts von 4 Minuten Nachspielzeit hinten dicht zu machen, versuchten die Roten Teufel vorne noch einen draufzusetzen. Fazit: Die Verteidigung wurde nachlässig und Harnik konnte wieder ausgleichen, in dem er Keeper Bailly mit seinem plötzlichen Schuss tunnelte.

Damit verliert Belgien praktisch jede Chance auf die Qualifikation für die Endrunde der EM 2012. Theoretisch ist alles möglich, aber nicht, wenn man so leichtsinnig mit greifbaren (Tor-)Chancen umgeht und wenn man bei einer späten und schwer erzielten Führung in den letzten Spielzügen so leichtfertig und übermütig auftritt…

Der Stand der Dinge in der Gruppe A

Deutschland führt die Gruppe A mit der maximalen Ausbeute aus vier Spielen an, nach dem Kasachstan mit 0:3 besiegt werden konnte.

Österreich rutscht mit dem einen Punkt aus dem 4:4-Remis gegen Belgien mit 7 Punkten auf Platz 2.

Dahinter die Türkei mit 6 Punkten nach dem mit 1:0 verlorenen Spiel in Aserbeidschan. Belgien ist Gruppenvierter mit 4 Zählern, gefolgt von Aserbeidschan mit 3 und Kasachstan mit Punkten.

Am 23. März 2011 fährt Belgien zum Rückspiel nach Österreich.