War "Operation Kelch" doch nicht illegal?

Die Akten, die die Justiz bei den Hausdurchsuchungen im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen sexuellen Missbrauch in der Kirche beschlagnahmt hatte, müssen der Katholischen Kirche vorerst nicht zurückgegeben werden.

Der Kassationshof hat die dahin gehenden Verfügungen der Brüsseler Anklagekammer annulliert. Alle beteiligten Parteien werden jetzt erneut vor der Anklagekammer erscheinen müssen.

Die Kammer wird darüber befinden müssen, ob die Ermittler die am 24. Juni bei Haussuchungen unter anderem im Bistum Mechelen-Brüssel beschlagnahmten Akten für ihre Arbeit nutzen dürfen oder ob die Razzien gegen kirchliche Einrichtungen und Privatgemächer von Beteiligten nicht rechtens waren.

Die Anklagekammer hatte die Rückgabe der Dokumente an die Kirche in Urteilen vom 13. August und vom 9. September verfügt.
Der Grund für die Annullierung der Verfügungen liegt bei der Tatsache, dass Missbrauchsopfer im Zuge der Verfahren nicht angehört worden waren, was aus juristischer Sicht einen Prozedurfehler darstellt.

In der Folge davon werden die Opfer von sexuellem Missbrauch durch belgische Priester während dem neu aufzurollenden Verfahren angehört.

Dieser Umstand freut die Anwälte der Opfer, die jetzt sicher sind, dass die Opfer angehört werden, was auch immer in diesen Fällen weiter geschieht. In Zwischenzeit bleiben die Akten bei der Justiz. Die Katholische Kirche wird aber weiter auf juristischem Wege versuchen, das Material zurück in seinen Besitz zu bekommen.