Anwalt aus Dutrouxprozess selbst verurteilt

Der Lütticher Anwalt Victor Hissel, der frühere Anwalt der Eltern der beiden Dutroux-Opfer Julie und Mélissa, ist am Donnerstag vom Lütticher Strafgericht selbst wegen Besitzes von Kinderporno-Bildern zu 10 Monaten Gefängnis und zu einer Geldstrafe von 1.100 Euro (oder einem zusätzlichen Monat Gefängnis) verurteilt worden.

Zwischen 2005 und 2008 hatte Hissel tausende Fotos von Kindern angesehen und ein Dutzend Kinderpornoseiten besucht. Das fand die Staatsanwaltschaft im Rahmen einer australischen Ermittlung über Kinderporno im Internet heraus.

Auf dem Computer des ehemaligen Anwalts der Eltern von Julie und Mélissa, der lange auch als eine Art Symbolfigur im Kampf gegen Kindesmissbrauch galt, fanden die Ermittler drei Arten von Bildmaterial: Fotos von Jugendlichen, von Kindern und von sehr jungen Kindern, die alle nackt oder halbnackt eindeutig sexuelle Posen einnahmen.

Victor Hissel stritt zunächst alles ab, gestand später jedoch. Anfang 2008 wurde er angeklagt.

Es ist noch nicht bekannt, ob Hissel gegen das Urteil in Berufung gehen will. Bei Verlassen des Gerichtssaals bedauerte er den Vorfall. "Ich möchte jedoch keinen Kommentar zu meiner Strafe abgeben. Ich wünsche mir nur eines von der Presse, dass sie mich eben in Ruhe lässt."

Sohn rastet nach Tatvorwurf gegen Vater aus

Die Enthüllungen über die angeblichen eigenen pädophilen Neigungen des Anwalts schockierten Belgien. Sein Sohn, Romain Hissel, hatte deswegen im April 2008 versucht, seinen Vater mit einem Messer zu töten.

Der Sohn trat in dem Prozess gegen seinen Vater als Nebenkläger auf.