Léonard: "Ich wurde falsch verstanden"

Erzbischof André-Joseph Léonard sagt, dass seine umstrittenen Äußerungen über Aids "verkehrt aufgefasst" worden seien. In seinem jüngst ins Niederländische übersetzten Buch, in dem er zwei Journalisten seine Laufbahn in der Katholischen Kirche und seine Ansichten mitteilt, bezeichnet er die Krankheit als "eine Form der Gerechtigkeit".

Die Präsentation des Buches "Monseigneur Léonard - Gespräche" stieß auf heftige Kritik in Belgien.

Beim Zentrum für Chancengleichheit und Rassismusbekämpfung ist sogar eine Beschwerde gegen Erzbischof Léonard in Zusammenhang mit seinen umstrittenen Äußerungen über Aids eingegangen.

Auch der Genter Bischof Van Looy, der jahrelang in Afrika gearbeitet hat und die Aidsproblematik kennt, kritisiert die Äußerungen seines Kollegen. "Es darf nicht sein, dass Menschen durch solche Äußerungen noch mehr leiden, weil sie stigmatisiert werden."

Auf einer Pressekonferenz am Freitag hat Léonard nun versucht, seine Äußerungen richtig zu stellen. Er sagte, er sei falsch verstanden worden. Die Krankheit, so Léonard, sei "eine logische Folge von riskantem Verhalten". "Aids ist keine Strafe Gottes, sondern eine logische Folge von ständig wechselnden sexuellen Beziehungen."

Er habe, so führte er weiter aus, viel Sympathie für Patienten, die seropositiv seien oder an Aids erkrankt seien und er würde keinesfalls urteilen. "Ich wollte nicht provozieren, sondern lediglich den Respekt, den wir vor jedem Menschen  haben sollten, hervorheben", heißt es weiter in seiner Pressekonferenz.