Armeekarriere nur mit 2. Landessprache

Es gibt zu wenig französischsprachige Kandidaten, die perfekt Niederländisch beherrschen, rechtfertigt sich der Verteidigungsminister Pieter De Crem. Stets mehr Spitzenfunktionen werden mit Flamen besetzt, so der Vorwurf.

Oberst Luc Gennart, der Kommandant des Luftstützpunktes von Florennes, machte am Samstag darauf aufmerksam, dass wichtige Entscheidungen an der Spitze der belgischen Armee immer öfter von Flamen getroffen würden. Seiner Meinung nach würden die französischsprachigen Offiziere in den obersten Funktionen ausrangiert.

Das Kabinett des Verteidigungsministers Pieter De Crem reagierte unmittelbar. De Crem gibt zu, dass Spitzenfunktionen häufiger von Niederländischsprachigen besetzt würden. Das liege daran, dass die Ernennung zum General oder Admiral seit 1959 gesetzlich klar geregelt sei. Darin werde die perfekte Kenntnis beider Landessprachen gefordert. Die Kandidaten müssten in der Lage sein, sowohl auf Niederländisch als auch auf Französisch Befehle zu erteilen, so De Crems Sprecher Kurt Verwilligen.

Bei der Beförderung würden objektive Kriterien angewandt, man müsse jedoch feststellen, so der Sprecher weiter, dass es einen erheblichen Mangel an französischsprachigen Kandidaten gebe, die diese Voraussetzungen erfüllten. "Der Führungsstab ist sich dessen bewusst und unternimmt Schritte, um die Französischsprachigen dazu zu bewegen, an den Sprachprüfungen (deren Bestehen Voraussetzung für eine Beförderung ist, Red.) teilzunehmen."

Außerdem weist Verwilligen den Vorwurf zurück, dass es Pläne gebe, den Luftwaffenstützpunkt in Florennes zu schließen und die F-16-Kampfflugzeuge nach Flandern zu überführen. "Wir haben eine Regierung der laufenden Amtsgeschäfte. Das einzige, was wir durchsetzen, ist der De Crem-Plan, der im Parlament angenommen wurde. Darin steht nichts von einer Schließung Florennes."

Meist gelesen auf VRT Nachrichten