Was sagen flämische Parteien zum Entwurf?

Auf flämischer Seite finden die Parteien, die in den letzten Wochen am Verhandlungstisch saßen, dass die französischsprachigen Parteien den Kompromissentwurf von Bart De Wever zu schnell abgelehnt hätten. Auf der Grundlage dieses Dokuments könne durchaus weiter verhandelt werden, heißt es.

Der Vorsitzende der N-VA, Bart De Wever (Foto), der das Kompromisspapier zur Staatsreform im Auftrag des Königs geschrieben hat, ist enttäuscht von den Reaktionen der französischsprachigen Parteien. Die hatten seinen Entwurf schon am Sonntagabend vom Tisch gefegt.

Seine Partei sagt, dass jetzt wieder der König am Zug sei.

Auch die anderen flämischen Parteien, die in den letzten Wochen mit am Verhandlungstisch saßen, finden, dass die französischsprachigen Parteien viel zu schnell reagiert hätten.

Die flämischen Sozialisten SP.A sind zwar der Meinung, dass noch viele Dinge im Entwurf De Wevers ungeklärt seien, sie begreifen aber nicht, warum die Französischsprachigen den Text direkt zurückgewiesen haben.

Sie SP.A-Vorsitzende Caroline Gennez (großes Foto) sagte: "Das ist einfach dumm. Man muss in der Politik ab und zu sein Ego zurückstellen und die Emotionen zügeln und vernünftig gucken, was auf dem Tisch liegt. Da liegen viele gute Dinge, aber es sind auch noch viele Fragen offen. Jetzt ist es Zeit, zu verhandeln."

Für die flämische christdemokratische CD&V erklärte der Übergangspräsident Wouter Beke (Foto), der Text könne gut als Grundlage für weitere Verhandlungen dienen. Er rief die französischsprachigen Parteien dazu auf, weiter zu verhandeln.

Auch die Meinung der flämischen Grünen Groen! geht in diese Richtung.