"Für weniger bin ich nicht zu haben"

Das Kompromisspapier zur Staatsreform, das Bart De Wever im Auftrag des Königs ausgearbeitet hat, ist ein Mindestangebot. Weniger geht nicht, ließ De Wever im VRT-Nachrichtensender Terzake verstehen. Am Text könnten noch Kleinigkeiten abgeändert und ausgetauscht werden, mehr aber nicht, so De Wever.

De Wever selbst bezeichnet sein Kompromisspapier als Mindestangebot. Er habe sehr viele Zugeständnisse gemacht  vor allem was Brüssel-Halle-Vilvoorde betreffe und dies auf Papier gebracht.

Man habe den Text, an dem er so hart gearbeitet hatte, unmittelbar vom Tisch gefegt und ihm "ins Gesicht geschleudert". Di Rupo hätte ihn nicht so zu demütigen brauchen.

Wenn man über den Text nicht reden wolle, mache er nicht mehr mit, sagte der flämische Nationalist noch im VRT-Fernsehen.

Was die Finanzierungsmechanismen angehe, so habe er Modelle vorgelegt, die die vereinbarten 12 Prinzipien berücksichtigten und Brüssel erhalte Geld aus mehreren Töpfen, so De Wever. Die Französischsprachigen sollten den Text gründlicher lesen, fuhr er fort.

De Wever habe auch nicht erwartet, dass sein Text so schnell und radikal abgeschossen würde. Noch am Samstag sei er mit dem Text bei verschiedenen Leuten gewesen und habe ein gutes Gefühl gehabt. Er dachte, dass sein Entwuf eine Chance hätte.

De Wever hat dem König sein Kompromisspapier samt Abänderungen und Notizen der anderen Parteien hierzu übergeben. Bei einigen Parteien bestünden die Notizen übrigens nur aus einem einzigen Wort: "Nein", betonte De Wever noch.

Kommt das Wahlfieber doch zurück?

Obwohl fast alle Parteien behaupten, dass Neuwahlen keine Lösung seien, haben sich die Nationalisten von der N-VA schon einmal die Website www.nva-2011 registrieren lassen. Bart De Wever meint dazu, dass das der Übereifer eines Mitarbeiters gewesen sei und dass man nicht mehr dahinter vermuten solle. Seine Partei glaubt, dass Neuwahlen immer noch vermieden werden könnten.

Die N-VA ist aber nicht die einzige Partei, die sich für Neuwahlen rüstet, denn die französischsprachigen Christdemokraten CDH sollen sich auch schon eine Website gesichert haben.