B-Cargo: Sicherheit für 500 Rangierer

Gewerkschaften und Direktion der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB einigten sich in der Nacht zum Mittwoch auf ein Vorabkommen zur neuen Gütersparte, die bald vollständig privatisiert wird. Streitpunkt war lange das Statut des Personals der Güterbahnhöfe.

Noch am Montag und am Dienstag legte ein umfassender Bahnstreik den Zugverkehr in Belgien lahm. Grund dafür? Die Gewerkschaften wollten Druck auf das Bahnmanagement ausüben, um Garantien für die Arbeitsplatzsicherheit des Personals von B-Cargo herauszuschlagen.

Dies ist ihnen vorerst gelungen, denn die Arbeitnehmervertreter erhielten von der Direktion der Bahn eine Garantie für die Weiterbeschäftigung der 531 Rangierer an den Gütestandorten der NMBS/SNCB.

"Wir haben am Dienstag ein Dokument verfasst, das wir mit Engagement unserer Basis vorlegen werden.“, so die Bahngewerkschaftler Luc Piens (ACV Transcom) und Jos Digneffe (ACOD). Nach der Ankündigung von Luc Piens, das Dokument nicht verteidigen zu wollen, es jedoch mit positivem Ansatz zu präsentieren, herrschen allerdings nur verhalten positive Erwartungen vor.

Die Umstrukturierung der NMBS/SNCB-Gütersparte B-Cargo im Zuge ihrer geplanten Privatisierung zieht sich schon seit 2008 hin. Anfang dieses Jahres stimmte die EU-Kommission den Plänen zu, doch die Sozialpartner konnten sich zunächst nicht einigen. Streitpunkt blieb das Statut des Personals der Güterbahnhöfe.

Die Gewerkschaften weigerten sich, die Rangierer in ein Privatunternehmen mit Namen NMBS/SNCB Logistics auszugliedern. Nun haben nach dem vorliegenden Sozialabkommen alle Rangierer von B-Cargo Arbeitsplatzsicherheit. Jetzt muss das Kompromisspapier noch von den Gewerkschaftsmitgliedern angenommen werden. Am 28. Oktober legt die christliche Eisenbahnergewerkschaft ACV Transcom ihren Mitgliedern das Papier zur Abstimmung vor und am 4. November geschieht dies bei der sozialistischen Gewerkschaft ACOD.