Flämischer Sozialist neuer Vermittler

Der ehemalige Vorsitzende der flämischen Sozialisten Johan Vande Lanotte (Foto) erhält einen Vermittlungsauftrag von König Albert II. Der König hatte Vande Lanotte für 16 Uhr zu sich bestellt. Vande Lanotte hat den Auftrag angenommen.

Ziel ist, dass er die Gemüter beruhigt und wieder vernünftige Gespräche zwischen den Parteien möglich macht. Außerdem sollen die verschiedenen Vorschläge zum Finanzierungsgesetzt objektiv durchgerechnet werden.

Der Name des ehemaligen Ministers war bereits in vieler Munde. Beide Wahlsieger, also sowohl die flämischen Nationalisten N-VA als auch die französischsprachigen Sozialisten PS, halten ihn als Vermittler für annehmbar.

Am Montag hatte der Vorsitzende der N-VA, Bart De Wever, seinen Klärungsauftrag beim König wieder abgegeben. In den vergangenen Tagen hatte sich der König mit den Präsidenten der sieben Parteien beraten, die schon seit Juli über die Staatsreform verhandeln. Jetzt schickt er also Johan Vande Lanotte, der unter anderem Innenminister unter der Regierung Dehaene I und II sowie Minister für den Haushalt, für soziale Integration und Sozialwirtschaft in der Regierung Verhofstadt I war, ins Rennen.

"Schwierigster Auftrag meiner politischen Karriere"

In einer kurzen Pressekonferenz gab Vande Lanotte mehr Informationen zu seinem Auftrag preis. Der besteht darin, das Vertrauen wieder herzustellen und mehrere Vorschläge auszuloten.

Dafür muss er nicht nur mit den verschiedenen Parteien reden, sondern auch mit der Nationalbank, denn einige Vorschläge zur Finanzierung sollen durchgerechnet werden. Vande Lanotte ist auch weiterhin von der Wichtigkeit einer umfassenden Staatsreform überzeugt.

Der neue Vermittler beginnt, wie er selbst sagt, mit der schwierigsten Aufgabe seiner politischen Karriere.

Seinen ersten Bericht will er dem König am 2. November vorlegen. Bis dahin enthalte er sich jeglichen Kommentars.