Erzbischof Léonards Sprecher kündigt

Der Sprecher von Erzbischof André Léonard, Jürgen Mettepenningen, hat mit sofortiger Wirkung gekündigt. Das teilte er der Öffentlichkeit selbst in einer Pressemitteilung mit.

Mettepenningen nennt als Grund "eine Anhäufung verschiedener Umstände" und ein "Mangel an Vertrauen". In den vergangenen Wochen hatte sich Mettepenningen mehrmals kritisch über seinen Job als Pressesprecher geäußert.

So hat er in mehreren Interviews immer wieder zugegeben, dass es für ihn nicht leicht sei, die Worte des Erzbischofs richtig zu deuten. Nach Äußerungen Léonards vor einer Woche, als dieser betonte, dass ältere Priester nicht wegen ihrer pädophilen Vergehen vor Gericht gebracht werden sollten, kündigte Mettepenningen an, dass Léonard bis Weihnachten nichts mehr in den Medien sagen werde. Léonard soll sich jedoch schon jetzt nicht mehr an die Anweisungen gehalten haben.

Jürgen Mettepenningen ist seit August Pressesprecher von Erzbischof André Léonard. Er hat von Anfang an immer wieder Ausrutscher Léonards gerade biegen müssen. So sagte Léonard zum Beispiel, dass die Krankheit Aids eine "Form der Gerechtigkeit" sei. Auch seine Äußerungen über pädophile Priester waren äußerst umstritten. In letzter Zeit hat es auch stets mehr Kritik aus katholischen Kreisen an den Äußerungen Léonards gegeben.

"Geisterfahrer, der denkt, dass die anderen falsch fahren"

In einer Pressekonferenz am Dienstagnachmittag beschrieb Mettepenningen Léonard als einen Geisterfahrer, der denke, die anderen führen in die falsche Richtung.

Jürgen Mettepenningen sprach von einer surrealistischen Haltung, die für ihn nicht länger tragbar gewesen sei.

Außerdem warf er Erzbischof Léonard vor, mit seiner Führungsposition in der Katholischen Kirche nicht verantwortungsvoll umzugehen. Seit den Hausdurchsuchungen Ende Juni hätten sich die Bischöfe schon vier Mal getroffen, aber Léonard sei nur ein einziges Mal dabei gewesen. Laut Mettepenningen könne man erst von einer guten Krisenkommunikation sprechen, wenn es ein gutes Krisenmanagement gebe. "Auf diesem Gebiet musste ich mit vielen anderen feststellen, dass Monseigneur Léonard seine Verantwortung nicht ernst nimmt", so Mettepenningen.

"Ich bin in meinem Job bis zum Äußersten gegangen, aber jetzt kann ich das nicht mehr vor mir selbst verantworten", so der ehemalige Pressesprecher.