Paketbombe für belgische Botschaft

In der griechischen Hauptstadt sind mehrere Paketbomben an unterschiedliche Adressaten - u.a. Belgiens Botschaft - gefunden worden. Eine Bombe explodierte in einer Kurierdienst-Niederlassung. Dabei wurde eine Angestellte leicht verletzt.

Die Paketbomben waren an die Botschafte, von Mexiko,  Belgien und die Niederlande adressiert. Eine weitere Briefbombe sollte an den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy geschickt werden, teilte das griechische Ministerium für Bürgerschutz mit.

Laut der Agentur AFP sei der erste Sprengsatz in einem Paket versteckt gewesen, das ein Unbekannter bei einem Kurierdienst abgeben hatte. Der Mann sei bereits in den vergangenen Tagen aufgefallen, weil er wiederholt bei diesem Kurierdienst gefragt habe, wie man ein Buch ins Ausland schicken könne.

Eine der Angestellten erinnerte sich an den Mann. Nachdem sie das Paket in Empfang nahm, soll sie es auf den Boden geworfen haben, weil ihr der Inhalt verdächtig vorkam. Durch den Aufprall detonierte das Paket. Die Frau wurde leicht verletzt.

Kurz darauf wurde eine weitere verdächtige Sendung entdeckt. Sie war bei einem anderen Kurierdienst offenbar von dem gleichen Mann abgegeben worden. Das Paket wurde entschärft.

Der Polizei ist es danach gelungen, zwei Verdächtige Männer im Alter von 22 und 24 Jahren und zwei Frauen, die nach einem Verhör wieder frei gelassen wurden, festzunehmen. Die beiden Männer hatten zwei weitere Briefbomben bei sich, die ebenfalls entschärft werden konnten und waren mit Pistolen des Typs Glock bewaffnet. Einer der beiden trug eine Perücke und eine kugelsichere Weste.

Gegen einen der beiden liegt zudem ein Haftbefehl wegen seiner Teilnahme an Anschlägen von der linksanarchistischen Szene in Griechenland vor.

Unterdessen ist auch in der Botschaft der Schweiz in Athen eine kleine Bombe explodiert. Kurz vor Dienstagmittag soll laut Polizei ein Objekt in den Vorgarten der  Botschaft geworfen worden sein. Das Paket explodierte. Niemand ist verletzt worden.

Kurze Zeit später musste die Polizei mit kontrollierten Explosionen weitere verdächtige Pakete in der bulgarischen und der chilenischen Botschaft entschärfen.

Laut Polizei soll im Vorort Phaleron auch auf eine Patrouille geschossen worden sein.

Offenbar sind derzeit vor allem ausländische Botschaften Ziel von Terroraktionen in Griechenland.

Stecken Anarchisten dahinter?

Der griechischen Polizei zufolge bestehe möglicherweise eine Verbindung zwischen den Briefbomben in Athen und einer verbotenen linksanarchistischen Gruppierung.

Die kleine griechische Untergrundorganisation "Konspiration der Zellen des Feuers" hat Dutzende von Bombenanschlägen auf Banken und Regierungsgebäude sowie auf Filialen ausländischer Firmen in den letzten drei Jahren zu verantworten. Sie "kritisiert" damit die Wirtschaftspolitik der Regierungen des Landes.