Bart De Wever verklagt einen Psychiater

Ein Psychiater aus dem frankophonen Landesteil Belgiens hatte N-VA-Parteichef Bart De Wever in einer populären Tageszeitung kritisch analysiert und unter anderem einen "Egozentriker" genannt. Dem so Beschriebenen ging dies zu weit. Er reichte Klage bei der Ärztekammer ein.

Die Analyse des Psychiaters Jean-Yves Hayez in der frankophonen Tageszeitung La Dernière Heure geht recht weit und bezeichnet Bart De Wever, Flanderns stimmenstärksten Politiker, als einen "Kindkönig“ und einen Egozentriker, der allmächtig sein wolle.

Der Vorsitzende der flämischen Nationaldemokraten N-VA wolle im frankophonen Landesteil Belgiens "gehasst“ sein, was seinen großen Drang zur Macht nur unterstreiche. Flandern, so der Psychiater weiter, werde noch merken, wie schwierig es sein wird, mit einer dermaßen dominanten Person, wie De Wever sei, zu reden.

Bart De Wever ist der Ansicht, dass dies zu weit geht. Der Politiker reicht gegen den Psychiater Klage bei der belgischen Ärztekammer ein. Gegenüber dem VRT-Frühstücksradio sagte De Wever, dass ihn der Psychiater niemals gesehen, gesprochen oder untersucht habe: "Aber, er hält es für nötig, gegenüber den Medien eine Diagnose über mich zu veröffentlichen, die mich als Geisteskranken darstellt.“

Er werde natürlich regelmäßig in der frankophonen Presse hart angegriffen, womit er durchaus leben könne, denn er sei nicht kleinkariert, doch hier würden Grenzen in einem Maße überschritten, wie es eigentlich nicht sein dürfe: "Ich finde, dies sind schon fast Sowjetpraktiken, die darauf abzielen, einen politischen Gegner als einen Verrückten darzustellen. Die Frage ist, wie reagiert die Öffentlichkeit darauf, wenn sie so etwas liest.“