Schwere Strafe für nachlässigen Hausarzt

Ein Hausarzt aus dem ostflämischen Erpe-Mere ist zu acht Jahren Haft auf Bewährung und zu einer Geldbuße von 2.700 € verurteilt worden. Er hatte einen Patienten mit einer Überdosis Medikamente ins Krankenhaus geschickt – mit fatalen Folgen.

Der Patient des betroffenen Hausarztes hatte eine Überdosis Schlaftabletten genommen, weil er sich eigentlich das Leben nehmen wollte. Doch er besann sich und begab sich zu seinem Hausarzt in die Praxis, damit dieser im helfen konnte.

Doch der Hausarzt sah sich außer Stande dem Mann zu helfen und riet diesem, sich in ein Krankenhaus zur Notaufnahme zu begeben. Der Patient tat wie ihm empfohlen, setzte sich in seinen Wagen, fiel aber während der Fahrt durch die hohe Medikamentendosis im Blut in Ohnmacht.

Dadurch geriet das Auto ins Schlingern und fuhr einen 24jährigen Motorradfahrer an, der dabei ums Leben kam. Der Hausarzt hatte seinem Patienten zwar eine Überweisung ins Krankenhaus ausgehändigt, aber weder den Krankenwagen gerufen, noch ihn selbst zur Klink gebracht.

Genau das warfen ihm die Richter jetzt vor und gaben den Hausarzt die gleiche Strafe, wie dem Unfallfahrer: Acht Monate Haft auf Bewährung und eine empfindliche Geldbuße in Höhe 2.700 €.

Das Gericht warf dem Arzt schwere Unterlassung vor. Er habe den Patienten einfach seines Schicksals überlassen. Er hatte sich noch nicht einmal nach der Beschaffenheit der Medikamente erkundigt.

Der Vater des bei dem Unfall ums Leben gekommenen jungen Mannes sagte nach dem Prozess, dass den Autofahrer eigentlich keine Schuld treffe. Faktisch habe dessen Hausarzt am Steuer des Wagens gesessen…