Die Geldkuriere von Brink’s streiken weiter

Die Belegschaft der Werttransportfirma Brink’s setzt ihren Streik fort. Am Donnerstagabend wurden die Verhandlungen mit dem Management nach einer 12stündigen Marathonsitzung ergebnislos abgebrochen.

Nach Gewerkschaftsangaben befinden sich die Gespräche mit der Direktion in einer Sackgasse und für Freitag angesetzte neue Gespräche wurden abgesagt.

Die Belegschaft der Werttransportfirma Brink’s protestieren seit mehr als einer Woche gegen Einsparungsmaßnahmen von Seiten derder Direktion. Das Management will eine Filiale des Unternehmens in Strépy (Hennegau), wo 60 Mitarbeiter beschäftigt sind, schließen und plant die Abschaffung des Statutes für Angestellte - so wie es Konkurrent Group 4 den Brink’s-Managern vor einiger Zeit wohl vorgemacht hat.

Die Gewerkschaften waren nach eigenen Angaben einverstanden damit, das Angestelltenstatut in ein Arbeiterstatut umzuwandeln. Bedingung war allerdings, dass die Kündigungsfrist für das Personal weiterhin denen für Angestellte entspricht. Doch darauf will sich die Direktion aber offenbar nicht einlassen. Ein Schlichter wartet jetzt auf ein Zeichen der Unternehmensleitung.

Probleme durch "Geldmangel"

Mittlerweile tauchen die ersten größeren Probleme mit der Verteilung von Bargeld, was Brink’s eigentlich gewährleisten soll, auf. So können zum Beispiel Renten nicht in Bar ausgezahlt werden. Verschiedene Banken raten zudem ihren Kunden, kein Geld mehr aus den Automaten abzuheben, sondern mit der Bankkarte einzukaufen.

Einige Handelsketten raten ihrer Kundschaft zum gleichen Schritt, denn ihnen geht das Bar- und Wechselgeld aus. Da der Streik bei Brink’s auch am Samstag weitergeht - für viele doch ein wichtiger Einkaufstag - wird die Lage wohl für Handel und Verbraucher verschärft werden.

Die Auszahlung der Renten ist gewährleistet

Das Landespensionsamt und bpost, die belgische Post, geben bekannt, dass sie trotz des Streiks bei Brink's die Auszahlung der Renten gewährleisten. Dazu veröffentlichten die Institutionen eine gemeinsame Pressemitteilung:

Durch den Streik bei der Geld- und Werttransportfirma Brink’s werden diese Woche 23 000 Pensionierte nicht rechtzeitig ins Haus ausgezahlt werden können. Die beteiligten Pensionierte werden von ihrem Briefträger persönlich benachrichtigt. Sie bekommen die Wahl, ihre Rente in einem Postamt abzuholen oder sie später vom Briefträger ins Haus zu erhalten. Das LPA möchte betonen, dass die Auszahlungen per Überweisung durch den Streik nicht gefährdet sind. Die Auszahlung per Überweisung ist eine sichere, schnelle und pünktliche Alternative zur Auszahlung ins Haus (auch Postscheckanweisung genannt).

Das Landespensionsamt (LPA) zahlt monatlich ungefähr 115 000 Pensionierte ins Haus (die Auszahlung "per Zahlungsanweisung“). Die Auszahlungsdaten sind über den ganzen Monat verteilt. Die Auswirkung des Streiks bei Brink’s diese Woche ist auf diese Art und Weise beschränkt auf die Auszahlung von 23 000 Pensionierten.

Die Briefträger werden in den nächsten Tagen allen beteiligten Pensionierten ein Schreiben aushändigen mit den Möglichkeiten zur Auszahlung der Rente. Sie werden dies auch ins Haus mündlich erläutern. Die Möglichkeiten werden in einem personalisierten Schreiben dargelegt.