70.000 schnelle Einbürgerungen seit 2000

Seit der Verabschiedung des Eilgesetzes zur Einbürgerung vor zehn Jahren haben knapp 70.000 Einwanderer hierzulande die belgische Staatsangehörigkeit per Eilverfahren erhalten. Dies entspricht etwas mehr als der Hälfte der Anträge. Die flämischen Nationalisten von der N-VA wollen die Kriterien verschärfen.

Zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 31. Dezember 2009 haben 132.509 Ausländer einen so genannten Naturalisierungsantrag gestellt, um im Eilverfahren belgischer Staatsbürger zu werden. 69.102 unter ihnen waren erfolgreich. Die N-VA hatte die Zahlen zur Einwanderung bei der zuständigen Behörde angefragt.

Die größte Gruppe Antragsteller kommt aus Marokko. Hier zählte man zwischen 2000 und 2009 27.000 Anträge, wovon 15.000 genehmigt wurden. Danach folgen Anfragen von Kongolesen (11.400 Anträge, davon wurden 7.000 genehmigt), Türken (11.000 Anträge, davon wurden 5.500 genehmigt), Serben und Russen. Kongolesen haben die besten Chancen, die belgische Staatsbürgerschaft zu erwerben.

Die Antragsteller müssen mindestens 18 Jahre alt sein und seit mindestens drei Jahren in Belgien wohnen.

Laut den flämischen Nationalisten von der N-VA bewiesen diese Zahlen, dass die Einbürgerung seit Einführung des Eilgesetzes zu einem allgemeinen Standardverfahren geworden sei. Innerhalb des Gesetzes zur Staatsbürgerschaft werde die Naturalisierung jedoch seit jeher als eine Ausnahme behandelt, also als eine Art "Gunst unter außergewöhnlichen Umständen”.

Die flämischen Nationalisten wollen, dass dringend etwas unternommen wird. “Lassen Sie uns zurückkehren zum ursprünglichen Ziel: Naturalisierung als Ausnahme, die das Parlament Einzelnen gewährt”, sagte der belgische Parlamentsabgeordnete Theo Francken.