Facebookgruppe soll wegen Hetze weg

Anwalt Jef Vermassen (kleines Foto unten), der im Prozess des Fallschirmmordes die Familie des Opfers vertrat, will mehrere Facebook-Gruppen verbieten lassen. Vermassen sagt, dass er nach einer Hasskampagne im Internet Todesdrohungen erhalten habe. Eine Facebook-Gruppe gegen Vermassen ist inzwischen weggenommen worden, aber es hat sich schon wieder eine neue gebildet.

Die Hasskampagne im Internet hatte nach dem Urteil im Fallschirmmord-Prozess begonnen.

Bevölkerung und Medien hatten den Prozess sehr genau verfolgt und teilweise über Schuld und Unschuld der Angeklagten Els Clottemans öffentlich spekuliert. Die Meinungen gingen zum Teil weit auseinander. Es hatten keine eineutigen Beweise gegen Els vorgelegen, allerdings sahen es die Geschworenen als erwiesen an, dass Els Clottemans im November 2006 aus Eifersucht den Fallschirm ihrer Rivalin Els Van Doren manipulierte. Clottemans wurde schließlich wegen Mordes an ihrer Liebesrivalin zu 30 Jahren Haft verurteilt. Sie selbst hält noch stets an ihrer Unschuld fest.

Einige Gruppen auf Facebook hatten sich gebildet, unter anderem die Gruppe "Anti Jef Vermassen". Vermassen hat die Gruppe in einem E-Mail dazu aufgefordert, alle Verweise auf seine Person zu löschen und die Gruppe aufzulösen.

Dies ist inzwischen auch geschehen, aber die Gründer von "Anti Jef Vermassen " haben inzwischen eine neue Gruppe namens "Kein Beweis, keine Schuld" (Foto oben) gegründet. "Darin wird Vermassen nicht mit Namen genannt und jede Reaktion, in der sein Name vorkommt, wird gelöscht", betont Gründerin Angélique Ferry.

Sie glaubt nicht, dass die Todesdrohungen eine Folge ihrer Facebook-Gruppe seien. "Viele Menschen waren doch schon vorher gegen ihn", so Ferry. "Er hat früher schon für den Freispruch von Mördern gesorgt und jetzt lässt er jemanden ohne eindeutige Beweise einsperren."

Sie weist auch den Vorwurf zurück, dass die Gruppe "Anti Jef Vermassen" - trotz des Namens - den Anwalt persönlich kritisieren wollte. "Sie war eher allgemein gegen die Justiz gerichtet, weil niemand mehr ohne handfeste Beweise hinter Gitter gebracht werden soll", heißt es. "Wir wollen nur vermeiden, dass auch in Zukunft jeder jeden auf Grundlage von Vermutungen beschuldigen kann." Von einem Gefühl der Macht , weil ihre Gruppe einen solch großen Einfluss hat, will sie nichts wissen. "Ich bin nur froh, dass so viele Menschen das gleiche denken wie wir ."