"Die nächste Regierung muss sparen"

Die kommende Regierung muss 2011 eine Milliarde Euro zusätzlich einsparen. Das sagt der scheidende Premierminister Yves Leterme. So könnten die Staatsschulden schneller gedrosselt werden.

Es ist ein auffallender Appell des Chefs einer Regierung laufender Amtsgeschäfte an eine neue Regierung, die noch gebildet werden muss. Jetzt, da es wirtschaftlich wieder etwas bergauf geht, sollte die neue Regierung laut Leterme lieber etwas mehr als ursprünglich vorgesehen sparen. Er nennt auch eine Zahl, nämlich genau eine Milliarde Euro, die zusätzlich eingespart werden sollten.

"Um beim Rhythmus zu bleiben, ist es angebracht, dass man  zusätzlich 0,3 bis 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts also rund eine Milliarde Euro einspart", so Leterme.

Auf diese Weise könnten die Einsparungen der nächsten Jahre besser verteilt werden und könnte die Staatsschuld schneller verringert werden. Die bessere Wirtschaftssituation ließe das auch zu, betonte Leterme noch.

Belgische Wirtschaft wird 2011 anziehen

Dun & Bradstreet, der wohl größte Dienstleister für Business-to-Business Wirtschaftsinformationen der Welt, erwartet, dass sich die Erholung der belgischen Wirtschaft vom ersten Halbjahr im vierten Quartal von 2010 und 2011 fortsetzen wird. Allerdings wird die Erholung im Vergleich zu den vergangenen Monaten leicht nachlassen.

Aus der Analyse von D&B geht weiter hervor, dass sich die belgische Wirtschaft nach dem Einbruch von 2009 (in dem Jahr schrumpfte die belgische Wirtschaft um -2,7 Prozent) gut erholt hat. Trotzdem erwartet D&B eine Wachstumsverzögerung für die letzten Monate dieses Jahres. Diese Verzögerung werde sich auch 2011 noch fortsetzen, meldet D&B in einer Prognose zur belgischen Wirtschaft.

"Ursache ist die schwächer werdende weltweite Nachfrage und die immer noch wegen der hohen Arbeitslosigkeit (9 Prozent für 2011) schwankende lnlandsnachfrage. Auch die Tatsache, dass Belgien noch stets keine neue Regierung hat und dringend steuerliche Maßnahmen durchführen muss, wird die Erholung der Wirtschaft verzögern", heißt es.

Laut D&B stehe die Wachstumsverzögerung der belgischen Wirtschaft mit der Entwicklung in den Nachbarländern auf etwa gleicher Stufe.

Mit einem Wachstum des BIPs von 1,7 Prozent im Jahr 2010 schneidet Belgien besser ab als Frankreich (1,5 Prozent) und Großbritannien (0,6 Prozent) und nicht viel schlechter als die Niederlande (1,9 Prozent). "Genau wie in Belgien wird auch die Erholung der Wirtschaft in den Nachbarländern 2011 nachlassen", schließt der Bericht von D&B.