Lkw-Fahrer protestieren gegen Sozialdumping

In Zeebrugge, Zaventem und Namur haben sich am Dienstag die Lkw-Fahrer mobilisiert, um gegen die ungleichen Löhne der Fahrer, die hierzulande unterwegs sind, zu demonstrieren. So verdient ein osteuropäischer Lkw-Fahrer nur ein Drittel des Lohnes seines belgischen Kollegen. Die sozialistische Gewerkschaft ABVV fordert schärfere Kontrollen der Fahrtenschreiber.

Die belgische Transportarbeitergewerkschaft BTB, die zur  sozialistischen Gewerkschaft ABVV gehört, führt an drei verschiedenen Orten Protestaktionen gegen das so genannte Lohn- und Sozialdumping von Lkw-Fahrern in Osteuropa durch: In der Transportzone des Hafens von Zeebrugge (von 10 bis 12 Uhr), bei AGC-Glaverbel in Namur-Moustier (von 7 bis 8.30 Uhr) und bei Brucargo in Machelen (von 6 bis 10 Uhr).

Die Demonstranten stehen an den verschiedenen Ein- und Ausgängen dieser Plätze und verteilen Faltblätter in sieben Sprachen an die Fahrer. Darin kritisieren sie das Sozialdumping und die Ausbeutung der Fahrer durch Transportfirmen.

"Auf den belgischen Straßen fahren Trucker aus über 35 Ländern. Sie verrichten alle die gleiche Arbeit, gehen das gleiche Risiko ein und müssen die gleichen Vorschriften über Fahr- und Ruhezeiten einhalten. Trotzdem gibt es nach wie vor große Unterschiede zwischen den Löhnen und Arbeitsbedingungen", so die BTB in einer Mitteilung an die Presse.

"Die Situation führt zu Sozialdumping, ja sogar Ausbeutung", betonen die Transportarbeiter. So verdient ein osteuropäischer Fahrer laut der BTB nur ein Drittel des Lohnes, den sein belgischer Kollege am Monatsende bekommt. Außerdem erledigten sie häufig noch unterbezahlte "illegale Kabotage-Aufträge" unter unmöglichen Umständen, heißt es weiter.

Die sozialistische Gewerkschaft will, dass derjenige, der woanders arbeitet, den Lohn bekommt, der mit den Konditionen dieses Landes übereinstimmt, inklusive alle Lohnbestandteile sowie zusätzliche gesetzesmäßige und steuerliche Vorteile."

Die Gewerkschaft strebt auch strengere Vorschriften für Niederlassungen von Transportunternehmen an, um gegen so genannte "Postkastenfirmen" vorzugehen. Außerdem fordert die Gewerkschaft eine Verschärfung der Gesetzgebung für den Kabotageverkehr.

Um gegen illegale Kabotage vorzugehen, fordert die Gewerkschaft zum Beispiel den Einsatz von digitalen Tachometern. "Die Kombination von Tachometern und Navigationsgeräten soll eine bessere Kontrolle ermöglichen", so die Gewerkschaft.