Brink’s pleite: 430 Jobs verloren!

Seit Ende Oktober wütet ein heftiger Sozialkonflikt bei der Geldtransportfirma Brink’s. Sogar eine Vermittlung durch das belgische Arbeitsministerium scheiterte. Doch jetzt kommt die Liquidierung des Unternehmen.

Die Gewerkschaften befürchteten schon seit einigen Tagen, dass die Direktion des Unternehmens und die aus den USA kommenden Hauptanteilseigner den Konkurs der Firma herbeiführen könnten.

Am Freitagmittag fand in Diegem bei Brüssel ein außergewöhnlicher Unternehmensrat statt, was nicht unbedingt etwas Gutes für die Belegschaft bedeutete, wie Marc Geerinck von der christlichen Gewerkschaft ACV im Vorfeld sagte: "Wir hoffen nicht, doch wenn dem so ist, dann werden 400 Jobs für die Rettung des Angestelltenstatutes in Belgien geopfert.“

Doch die Befürchtungen wurden war, denn die Direktion bei Brink's in Belgien beantragt tatsächlich den Konkurs und insgesamt 430 Beschäftigte werden wohl ihren Job verlieren.

Pattsituation

Versuche, den Sozialkonflikt bei Brink’s zu lösen, scheiterten allesamt. Das Management des amerikanisch-niederländischen Unternehmens weigerte sogar, sich auf Vermittlungsgespräche mit Bundesarbeitsministerin Joëlle Milquet (CDH) einzulassen. Hier schaltet man auf Stur und scherte sich nichts um belgisches Arbeitsrecht.

In diesem Streit ging es in erster Linie um die Anpassung des Angestelltenstatuts der Belegschaft in ein Arbeiterstatut. Zuerst stimmten die Gewerkschaften den Plänen grundsätzlich zu, doch sie forderten, dass dabei die Kündigungsfristen für Angestellte bestehen bleiben. Doch davon wollte man bei Brink’s in der Chefetage nichts wissen. Die Pattsituation war perfekt.

Leere Bankautomaten

Der Arbeitskampf bei Brink’s ist für viele Menschen inzwischen deutlich spürbar, denn zahlreiche Bankautomaten, zum Beispiel bei BNP Paribas, sind leer.

Bei mehreren Warenhausketten werden die Kunden ausdrücklich darum gebeten, per Bankkarte zu bezahlen oder doch bitte den genauen Betrag abzuzählen, denn hier fehlt das Wechselgeld.