Grippeimpfung wirkt nicht bei jedem

Bei älteren Personen und bei chronisch Kranken soll die Grippeimpfung meistens nicht wirken. Das ist jedoch gerade die Zielgruppe, die die Pharmaindustrie mit ihren Impfungen erreichen will. Diese Festellung machen der Direktor des niederländischen Instituts für Volksgesundheit und Umwelt und ein niederländischer Virologe. Der belgische Virologe Marc Van Ranst meint, dass diese Aussage vorschnell sei.

Der Grund, warum die Grippeimpfungen bei der Zielgruppe kaum wirken, ist, dass sie ein gutes Abwehrsystem zur Aktivierung benötigen und das fehlt bei älteren und kranken  Menschen.

Experten wissen schon seit langem, dass die Impfung nicht gut funktioniert. Es ist nicht bewiesen, dass die Zahl der Sterbefälle nach Grippeimpfungen zurückgeht.

Einem niederländischen Professor für medizinische Biotechnologie zufolge scheinen Studien, die den Nutzen einer Grippeimpfung nachweisen sollen, so schlecht durchgeführt zu werden, dass sie kaum zu gebrauchen sind. "Und die Studien, die zu gebrauchen sind, kommen zu dem Schluss, dass die Impfungen nicht wirken."

Auch in Flandern wird jedes Jahr für die Grippeimpfung geworben. Angprochen werden vor allem ältere Personen über 65 Jahre und chronisch Kranke. Außerdem wird schwangeren Frauen, Babies unter sechs Monaten und Mitarbeitern des Gesundheitssektors eine Grippeimpfung empfohlen. Letztere Gruppe hat normalerweise ein gesundes Immunsystem, so dass die Impfung bei dieser Gruppe anspricht.

Vorschnelles Urteil?

Der belgische Virologe und ehemalige Grippeverantwortliche Marc Van Ranst nennt die  Feststellung  aus den Niederlanden vorschnell.

"Wir wissen schon lange, dass Grippeimpfungen nicht der 'Rolls-Royce' der Impfwissenschaften sind und dass sie bei älteren Menschen mit einem schwachen Immunsystem vielleicht in nur 50 oder 60 Prozent der Fälle wirken", betont Van Ranst. "Bei jungen Menschen wirken sie besser. Wir fordern schon seit langem bessere Grippeimpfungen. Wir müssen sie den Menschen geben, die sie am nötigsten haben und man weiß nicht, bei welchen 50, 60 Prozent man ist. Also lasse ich meine Eltern in jedem Fall impfen", so Van Ranst noch.