"Populismus ist gefährlich für Europa"

Herman Van Rompuy, der erste ständige Präsident des Europäischen Rates, hat anlässlich einer Vorlesung an der Katholischen Universität von Löwen vor wachsendem Populismus in der Union gewarnt. Dies sei eine extrem gefährliche Entwicklung.

Vor Studenten der Katholischen Universität von Löwen (KUL) warnte EU-Präsident Herman Van Rompuy vor der Gefahr des wachsenden Populismus in Europa: "Dies ist eine außergewöhnlich gefährliche Entwicklung, die sich in vielen westeuropäischen Ländern breitmacht. Das hat vor 10 oder 20 Jahren so noch nicht existiert.“

Als Grund nannte der belgische Christdemokrat die wachsende Unsicherheit bei den Menschen in vielerlei Hinsicht. Er zählte dabei die wirtschaftliche, die ökologische, die moralische, die ideologische und auch die religiöse Ebene: "Jemand, der Angst hat, sieht nur noch sich selbst und betrachtet den anderen als potentiellen Gegner.“

Dieses so entstehende Feindbild liefere den Grund für den wachsenden Populismus. Van Rompuy legte gegenüber den Studierenden an der KUL Nachdruck auf die Aussage, dass diese Art des Individualismus das Gegenteil von dem ist, was der europäische Gedanke sei. Dieser berufe sich auf Grundbegriffe wie Solidarität und Zusammenarbeit und baue darauf auf.