Antiterror: Neun Verdächtige in U-Haft

Die sieben am Dienstag in Antwerpen Verhafteten und zwei der 15 am gleichen Tag in Brüssel gefassten Verdächtigen wurden noch in der Nacht zum Dienstag dem Haftrichter vorgeführt. Für alle neun Personen wurde Untersuchungshaft angeordnet.

Nach Angaben der belgischen Staatsanwaltschaft werden die Untersuchungshäftlinge am Freitag vor die jeweiligen Ratskammern in Mechelen und in Brüssel geführt. Dann wird entschieden, ob Anklage erhoben werden kann.

Insgesamt wurden am Dienstag in Antwerpen und in der belgischen Hauptstadt Brüssel 22 Personen verhaftet. Die Männer stehen im Verdacht einen Anschlag in Belgien zu planen. Die in Antwerpen gefassten Personen stehen einer radikalen tschetschenischen Gruppe nahe.

Die Verhaftungen in Antwerpen stehen in Zusammenhang mit ähnlichen Antiterroraktionen in Amsterdam und in Aachen. Die in Brüssel verhafteten Männer wurden in einem anderen Zusammenhang unter Arrest gestellt.

Inzwischen hat die belgische Justiz bei ihren niederländischen Kollegen die Auslieferung der drei in Amsterdam verhafteten Männer beantragt.

Aktionen nicht gegen den Islam gerichtet

André Vandoren, der Leiter des Zentrums für Bedrohungsanalyse in Brüssel, sagte, dass sich die Aktionen von Dienstag nicht gegen den Islam richteten. Vandoren widerlegt auch Kritik gegen die Polizei, nach der diese zu schnell und ohne ausreichende Hinweise gehandelt habe:

"Ich möchte nicht, dass ein Gefühl entsteht, dass man hier nur hineingeflogen sein soll. Ich glaube, zuerst müssen wir die Resultate der Ermittlungen abwarten. Ich will auch deutlich machen, dass dies auf keinen Fall eine Aktion gegen den Islam ist. Auf gar keinen Fall. Man darf auch nicht vergessen, dass die Radikalen oft nur eine kleine Minderheit in einer großen Gruppe darstellen.“