Dopingkontrollen: Ist Flandern zu streng?

In den Augen von David Howman, dem Generaldirektor der internationalen Antidopingagentur WADA, ist die Doping-Kontrollpolitik im belgischen Bundesland Flandern übertrieben streng.

"Belgien geht in der praktischen Umsetzung der WADA-Regelungen weiter, als wir gedacht haben.“, so David Howman (Foto oben) gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen.

"Zu viele flämische Athleten müssen sich dem unterordnen. Es ist nicht unser Ziel, dass sich jeder Sportler einen Whereabouts-Programm unterwerfen muss. Dieses Programm verlangt von Sportlern, dass sie jederzeit für Dopingkontrollen erreichbar sein müssen.

Unter anderem die Tennisprofis Janina Wickmayer und Xavier Malisse hatten große Probleme in Flandern, da sie ihre Whereanbouts nicht immer ausführlich ausgefüllt hatten. Der Boxer Sugar Jackson wurde deswegen sogar für eine länger Zeit gesperrt.

Flanderns Landessportminister Philippe Muyters (N-VA - Foto) versteht die Kritik der WADA (World Anti-Doping Agency) und gab zu erkennen, dass er an einem neuen Dopingdekret arbeite. Sport ist in Belgien Sache von Ländern und Regionen. Dieses Dekret soll im Laufe des kommenden Jahres vorliegen.