Gerät Belgien ins Visier der Finanzmärkte?

Die britische Tageszeitung The Guardian meldet in ihrer Donnerstagsausgabe, dass nach Irland, Portugal und Spanien auch Belgien ins Visier der internationalen Finanzmärkte geraten könnte. Die Vorzeichen dazu seien offensichtlich.

The Guardian schreibt im entsprechenden Beitrag, es gebe Anzeichen dafür, dass Belgien eine neue Finanzkrise droht. Belgien leiste Portugal, Spanien und Italien in der Hitliste jener Länder, denen eine Finanzkrise droht, Gesellschaft.

Demnach gehen ausländische Investoren davon aus, dass die hohe Staatsschuld Belgiens und die anhaltende innenpolitische Krise - Belgien sucht seit 165 Tagen nach einer neuen Bundesregierung - Grund genug als Ausgangspunkt für finanzielle Probleme seien.

Ein britischer Finanzanalyst, der allerdings ungenannt blieb, gab gegenüber The Guardian an, Belgien müsse eine Risikoprämie zahlen, denn das Land habe keine handlungsfähige Regierung, die sich derzeit mit den Ausgaben und den Schulden adäquat beschäftigen könne. Genau dies aber erwarteten die internationalen Märkte von einem Land wie Belgien.

Ein Sprecher der belgischen Bundesregierung erwiderte The Guardian auf Anfrage, dass unser Land nicht wie andere Staaten Anleihen auf den internationalen Finanzmärkten aufgenommen habe, um die laufenden Ausgaben finanzieren zu können. Deshalb sei das Risiko einer Finanzkrise eher gering. Belgien müsse zwar auf eine neue Regierung warten, doch das Land sei stabil.