Eine neue Zukunft für NMBS Logistics

Das Ziel des Managements der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB, die Gütersparte NMBS Logistics zu einem eigenständigen Unternehmen innerhalb der Bahnholding zu machen, war und ist beim Personal umstritten. Doch die Zustimmung von ACV Transcom gibt grünes Licht für die Ausgliederung.

Die christliche Transportgewerkschaft ACV Transcom stimmte am Donnerstag prinzipiell der Ausgliederung von NMBS Logistics zu, während die sozialistische ACOD den Plänen der Bahnmanager eine Absage erteilte. Trotzdem könnte es am kommenden Dienstag zu einem Bahnstreik kommen.

Doch die Zustimmung einer der beiden wichtigsten Bahngewerkschaften reicht aus, damit die Ausgliederungspläne der Güterbahn vor der nationalen paritätischen Kommission bestehen können. Diese Kommission ist das wichtigste Gremium der Staatsbahn, um Reformen zulassen zu können. Am Freitagnachmittag stimmte dieses Gremium den Plänen zu und machte damit auch einen Zuschuss in Höhe von 135 Millionen € für das Vorhaben von Seiten der Bahnholding frei.

Bahnchef Marc Descheemaecker hatte unlängst in den Medien unmissverständlich damit gedroht, dass die NMBS seine Gütersparte schlicht und einfach schließen werde, falls es nicht zu einer Einigung komme und falls der in jahrelanger Arbeit aufgestellte Sozialplan zur Ausgliederung von NMBS Logistics (früher B-Cargo) abgelehnt werde.

ACOD: Ablehnung und Streik?

Die sozialistische Gewerkschaft ACOD zeigte am Donnerstag Verständnis für die knappe Entscheidung bei ACV Transcom, dem Sozialplan zuzustimmen. Doch hier wird der Plan abgelehnt. Er biete keine wirklichen Sicherheiten für den Fortbestand der belgischen Güterbahn und sorge auch nicht für ausreichende Arbeitsplatzsicherheit bei den Rangierern auf den Güterbahnhöfen.

Die ACOD hat bereits vor einigen Tagen eine offizielle Streikankündigung gegen die Ausgliederung von NMBS Logistics aus der Bahngesellschaft für Dienstag, den 30. November bekannt gegeben. Ob dieser Streik stattfinden wird oder nicht, ist unklar. Am Freitag hielten die sozialistischen Eisenbahngewerkschaftler noch an ihrem Vorhaben fest.

Wenn die sozialistischen Bahngewerkschaftler die Arbeit am Dienstag streiken, werden wohl kaum Züge auf belgischen Gleisen fahren.