Brüsseler Obdachlosenheime voll

Seit Mittwoch hat sich die Zahl der Obdachlosen, die dringend ein Dach über dem Kopf brauchen, verdoppelt. Wegen der Eiseskälte sind alle Betten der Obdachlosenheime in der Region Brüssel inzwischen belegt.

Am gestrigen Samstag schien die Situation noch tragbar, aber inzwischen sind offenbar alle Obdachlosenheime in der Brüsseler Region übervoll. Der Grund hierfür ist der Kälteeinbruch. In der Nacht zum Sonntag sank das Thermometer einige Grad unter Null und auch am heutigen Sonntag werden die Temperaturen kaum über den Gefrierpunkt klettern.

Die Obdachlosenheime wissen, was auf sie zukommt. Innerhalb weniger Tage hat sich die Zahl der Obdachlosen, die um eine Unterkunft bitten, verdoppelt. In einem Gebäude am Anderlechter Stadttor, in dem obdachlose Frauen und Familien übernachten können, sind alle 150 Plätze belegt.

Auch in einem alten Postgebäude in Etterbeek (Foto oben), in dem seit einigen Tagen allein stehenden Männern zusätzliche Übernachtungsmöglichkeiten angeboten werden, waren in der Nacht zum Sonntag alle 150 Betten besetzt.

Laut "Samu social", dem offiziellen Aufnahmedienst von Brüssel, gebe es in einigen Gebäuden allerdings noch weitere Unterbringungsmöglichkeiten.So könnten in dem Gebäude in Etterbeek noch weitere 100 bis 150 zusätzliche Plätze geschaffen werden. Platz gibt es tatsächlich noch, allerdings fehlt es momentan an zusätzlichem Personal und Material. Das war in der Nacht zum Sonntag jedenfalls noch nicht verfügbar.

Zurzeit ist die Aufnahme von Obdachlosen also an ihre Grenzen gestoßen. Es gibt wohl noch einige Initiativen von Vereinen ohne Erwerbszeck, um Obdachlose aufzunehmen, zum Beispiel Hoeksteen, Pierre Dangle am Südbahnhof und Poverello, aber auch dort schienen in der Nacht zum Sonntag fast alle Plätze belegt zu sein.