Eine Euroregio an Maas und Rhein

Seit fast 20 Jahren verbindet die Eurergio Maas-Rhein die Grenzregionen von gleich drei europäischen Zentrumsstaaten: Belgien, Deutschland und die Niederlande. Das so genannte Dreiländereck bei Gemmenich, Aachen und Vaals ist eine einzigartige Schnittstelle.

Eine der ältesten grenzübergreifenden Arbeitsgemeinschaften in Europa ist die Euregio Maas-Rhein (EMR), durchzogen von der Maas und in unmittelbarer Nähe des Rheinbeckens.

Am Schnittpunkt dreier Länder - die Niederlande, Belgien und Deutschland - vereint sie die Regio Aachen im Westen Nordrhein-Westfalens, den Süden der niederländischen Provinz Limburg, die beiden belgischen Provinzen Limburg und Lüttich sowie die Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens im Osten des Landes.

Die EMR ist mittlerweile ein vielbeachteter grenzüberschreitender Interessensverband für eine Wirtschaftsregion, in den immerhin rund 3,8 Millionen Menschen leben.

Seit 1991 hat die Euregio Maas-Rhein die Rechtsform einer "Stichting" nach niederländischem Recht. Eine "Stichting" ist vergleichbar mit einem "eingetragenen Verein" (e.V.) in Deutschland oder einer „Vereinigung ohne Gewinnerzielungsabsicht” (VoG.) in Belgien.

Die Euregio Maas-Rhein hat ihren Sitz in Eupen (großes Foto), der Hauptstadt der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, und ist mit der Koordination der grenzübergreifenden Zusammenarbeit zwischen den fünf Partnerregionen beauftragt.

Sie wurde im Jahr 1976 als Arbeitsgemeinschaft gegründet und ist einer der ältesten grenzüberschreitenden Kooperationsverbände in Europa.

1991 wurde diese Arbeitsgemeinschaft in die Rechtsform einer Stichting nach niederländischem Recht umgewandelt. Die Stichting hat ihren Sitz im Regierungsgebäude der Deutschsprachige Gemeinschaft in Eupen.

Enge Zusammenarbeit

Trotz weiterhin bestehender unterschiedlicher Interessen stehen die fünf Partnerregionen in der Euregio Maas-Rhein längst nicht mehr mit dem Rücken zueinander, sondern bewegen sich insbesondere seit Beginn der neunziger Jahre gezielt aufeinander zu.

Wo zuvor viele verschiedene Initiativen und Vereinigungen unabhängig voneinander nach Möglichkeiten suchten, die grenzübergreifende Zusammenarbeit zu intensivieren, bemühen sich die drei Länder/fünf Partner heute verstärkt um eine Bündelung ihrer Kräfte.

Diese Synergien sind darauf gerichtet, die Vorteile zu nutzen, die sich aus einer engeren Zusammenarbeit mit den Partnern auf der anderen Seite der Grenze ergeben.

Die Euregio Maas-Rhein hat sich 2007 in ihrem Visionsdokument sieben thematische Prioritäten gesetzt: wirtschaftliche Entwicklung, Wissensinstitutionen, Arbeitsmarkt und Bildung, die Gesundheit, Mobilität und Infrastruktur, Kultur und Tourismus und zum Schluss die Sicherheit mit grenzüberschreitender Zusammenarbeit der verschiedenen Polizeidienste.

Diese Themen werden von sieben strategischen Begleitgruppen koordiniert. Diese Gremien sind für die verwaltungstechnische Begleitung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit verantwortlich.

Sie unterstützen die Arbeit des EMR-Büros und der Netzwerke und tragen zur Erstellung des Dreijahresplanes der EMR bei.

Als Begegnungsort dreier Sprachen und fünf verschiedener Kulturen verläuft die euregionale Zusammenarbeit in der Euregio Maas-Rhein sehr fruchtbar.

Wer entscheidet?

Höchstes Entscheidungsgremium der Euregio ist der Vorstand, dessen unmittelbarer Verantwortung das Büro der Euregio Maas-Rhein untersteht.

Die wichtigsten Beratungsorgane bei der grundlegenden Orientierung der grenzübergreifenden Politik sind der “Euregiorat” und der “Euregionale Wirtschafts- und Sozialrat”.

Die Mitglieder der Räte werden nicht direkt von der Bevölkerung gewählt, sondern aus den politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Instanzen der einzelnen Partnerregionen entsandt.