Verkehrsprobleme durch Schnee und Eis

Schnee und Glatteis haben für teilweise chaotische Situationen im Berufsverkehr am Mittwochabend und am Donnerstagmorgen gesorgt. Der kälteste Winteranfang seit dem in Belgien die Wetterdaten aufgezeichnet werden, sorgte für hunderte Kilometer Stau und stundenlanges Warten in den Bahnhöfen.

Manchmal muss man den Eindruck haben, dass der Winter jedes Jahr eine Neuerfindung ist. Trotz Ankündigung von Schnee und Eis durch die Wetterdienste fahren die meisten Autofahrer weiter ohne Winterreifen herum und die öffentlichen schaffen es nicht, ihre Fahrpläne einzuhalten. Technische Probleme durch die Wetterumstände heißt es dann.

Der Berufsverkehr staute sich am frühen Donnerstagmorgen auf rund 350 Kilometern. Die größten Probleme traten dabei in Flandern auf, da der Norden Belgiens stärker vom Schneefall betroffen ist, als die anderen Landesteile.

Die Streudienste waren nach dem Einsetzen des Schneefalls am Mittwochabend pausenlos unterwegs und fuhren die ganze Nacht. Dadurch waren die meisten Autobahnen und Schnellstraßen am Morgen recht gut befahrbar.

Doch auf Haupt- und Nebenstraßen und in den Innenstädten zogen sich die Verkehrsprobleme weiter durch den Tag.

Am Mittwochabend sah die Lage auf den Autobahnen im ganzen Land noch ganz anders aus. Rund 500 km Stau und stundenlanges Warten mit allenfalls zähfließendem Verkehr waren keine Seltenheit. Viele Berufspendler kamen erst sehr spät nach Hause, leider auch die, die im Zug saßen.

Störungen auch beim Bahn- und Flugverkehr

Schnee und Eis sorgen seit Mittwochabend auch bei der Eisenbahn für Probleme. Festgefrorene Weichen und Störungen in der hochsensiblen Elektronik der neuesten Lokomotivtechnik brachten Verspätungen, die oft länger als eine halbe Stunde waren.

Auch auf den Hochgeschwindigkeitslinien gibt es Probleme. Eurostar (Foto) strich rund die hälfte aller Zugverbindungen zwischen Brüssel und London für den Donnerstag, die ICE-Züge zwischen Brüssel, Köln und Frankfurt nutzten die alten Bahnstrecken, da ihnen offenbar das belgische Schnellbahnnetz zu heikel war. Allerdings fuhren die belgischen Inland-Intercitys und die Thalys-Züge nach Köln und Paris zwar verspätet aber ohne technische Probleme über diese Gleise.

An den beiden wichtigsten belgischen Flughäfen in Brüssel/Zaventem und Charleroi sind alle Lande- und Startbahnen bis auf weiteres betriebsbereit. Allerdings sorgt das Winterwetter für Verspätungen bei Landungen oder Anschlussflügen aus Richtung anderer europäischer Länder.

In beiden Fällen - für Bahn- und für Flugreisende - gilt, sich vor Reiseantritt zeitig zu informieren, ob es nicht zu Absagen, Verspätungen oder anderen witterungsbedingten Problemen kommen kann.

Überall Hindernisse

Überall sorgen Eis und Schnee für große und kleine Hindernisse; Örtlich wurden Post und Zeitungen verspätet oder gar nicht ausgetragen, denn die Post-LKW konnten Verteilzentren entweder nicht erreichen oder nicht verlassen. Die Müllentsorgung hatte ein Problem mit der Tatsache, dass die Müllsäcke am eisigen Boden festklebten und zerrissen. Busse und Straßenbahnen blieben in den von Autos verursachten Staus in den Stadtzentren stecken.

Es bleibt kalt!

Die abendliche Stoßzeit am Donnerstag blieb aber ohne ähnlich große Probleme, wie am Morgen. Die Räumdienste leisteten ganze Arbeit und neue Schneefälle wurden für den Abend und die Nacht nicht vorausgesagt. Aber, es bleibt kalt! Das königliche Wetteramt KMI in Brüsseler Stadtteil Ukkel sagte für die Nacht zum Freitag Temperaturen von -5 bis -9 Grad voraus. In Hochlagen, wie den Ardennen oder dem Hohen Venn kann es noch kälter werden.