Arme Schüler in Belgien weit zurück

In unserem Land ist der Rückstand armer Kinder viel größer als in anderen reichen Ländern. Vergleicht man das Wissen durchschnittlicher Schüler mit den schwächsten Schülern hierzulande, ist die Diskrepanz enorm und Belgien findet sich sogar auf dem letzten Platz wieder.

Die Niederlande, Finnland und die Schweiz schneiden in allen Bereichen viel besser ab. Sie investieren in Maßnahmen, um für die Schwächsten ein soziales Netz zu schaffen. In unserem Land erhalten arme Kinder viel weniger Unterstützung.

Unicef untersuchte das Wohlbefinden der Kinder in 24 Ländern der OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung).

Die Zahlen sind von vor der Wirtschaftskrise. UNICEF-Forscher Chris de Neubourgh  warnt deshalb vor noch größeren Problemen infolge der Einsparungen. "Ich befürchte, dass dieser Effekt nach der Krise sogar noch größer geworden ist." Unicef rät, dass sich die Politik zunächst einmal vom Spielraum, den sie hat, bewusst werden sollte. "Es kann mehr getan werden. Jedes Land muss selbst herausfinden, wo dieser Spielraum genutzt wird und es muss politischer Spielraum geschaffen werden, um dafür zu sorgen, dass die Kinder auch und gerade während der Krise nicht weiter vernachlässigt werden."

Die vergleichende Studie zeigt die Kluft zwischen Kindern aus durchschnittlichen Verhältnissen und Kindern, die in sozial schwierigen Verhältnissen leben. Was materieller Wohlstand und Gesundheitsfürsorge betrifft, bewegt sich Belgien noch in der Mitte. Im Wissensbereich und bei den Schulleistungen der Kinder steht Belgien auf dem 24. und damit letzten Platz.