Aung San Suu Kyi trifft Belgiens Botschafter

Am Freitag hatte die birmanische Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi in Rangun ein Gespräch mit dem belgischen Botschafter, dessen Land derzeit den EU-Vorsitz inne hat. Das hat Außenminister Steven Vanackere in einem Pressebericht bestätigt.

"Die Wahlen vom 7. November haben nicht zur ersehnten Öffnung geführt. Belgien sieht sich in der Pflicht, wie die anderen Länder der EU auch, die demokratische Opposition im Allgemeinen und Aung San Suu Kyi im Besonderen zu unterstützen", erklärte der Außenminister in einer Mitteilung. 

Die Priorität Belgiens und der anderen EU-Mitgliedstaaten "ist nach wie vor die Freilassung der rund 2.100 politischen Gefangenen" in Birma, wird in der Mitteilung hervorgehoben. "Ich appelliere an das Regime in Birma, dass die jüngste Freilassung von Aung San Suu Kyi ein erster Schritt in Richtung bedingungslose Freilassung aller anderen politischen Häftlinge ist", so Vanackere.

"Es ist wichtig, dass die Stimme der demokratischen Opposition, genauso wie die der ethnischen Minderheiten und der Zivilgesellschaft gehört wird", fügte er hinzu.

Der belgische Botschafter hat die Friedensnobelpreisträgerin in ihrer Residenz getroffen. 

"Unser Botschafter erinnerte an die europäische Haltung  hinsichtlich Birmas. Danach, so heißt es im Pressebericht weiter, habe ein Dialog zur politischen und sozialen Situation im Lande und zu den Beziehungen zwischen Birma und der Europäischen Union statt gefunden.

Aung San Suu Kyi verbrachte 15 der vergangenen 21 Jahre unter Hausarrest. Sie verließ das Land auch zwischen den Haftzeiten nicht, weil die Junta ihr anschließend ebenfalls die Einreise und damit die Möglichkeit des politischen Engagements in Birma hätte verweigern können.

Sie wurde weniger als eine Woche nach den Wahlen des 7. November frei gelassen. Die Friedensnobelpreisträgerin hat sich seither mit mehreren Diplomaten und internationalen Persönlichkeiten getroffen und ein Telefongespräch mit dem Generalsekretär der UNO, Ban Ki-moon, geführt.