"Warum ist Belgien nicht einfach zweisprachig?"

Flanderns Landesminister Geert Bourgeois (N-VA), der auch für die Belange des flämischen Randes um Brüssel zuständig ist, lädt zu einem Diskussionsabend zum Thema "Sprachenpolitik in Flandern für die internationale Gemeinschaft" ein.

Am Mittwoch, den 8. Dezember, veranstaltet die Vereinigung "De Rand“ einen Informations- und Diskussionsabend zum Thema Sprachen und Sprachenpolitik. Die Veranstaltung wird im Auftrag von Flanderns Landesminister für Einwanderung, Geert Bourgeois (N-VA - kleines Foto) organisiert und hat zum Ziel, die Expats, die in der Region leben und die ausländische Presse in der belgischen Hauptstadt Brüssel für die niederländische Sprache - die Amtssprache in Flandern - zu sensibilisieren.

Mehr als 300 Interessenten haben sich bereits in die Teilnehmerliste eingetragen und es sollen noch mehr werden. Einwanderungsminister Bourgeois erhofft sich durch diesen Abend und in einer direkteren Kommunikation mit dem Zielpublikum mehr Deutlichkeit zur international doch vielbesprochenen flämischen Sprachenpolitik.

Der Verfassungsrechtler Hendrik Vuye von der frankophonen Universität Namür und Luc Van den Brande (großes Foto), der Vorsitzende des Flämisch-Europäischen Verbindungsbüros, führen durch die Sprachenlandschaft Belgiens und ihrer (Vor)-Geschichte und versuchen gemeinsam mit Moderator und VRT-Journalist Michaël Van Drogenbroeck eine Reihe von brennenden Fragen zu beantworten.

Warum gelten für Frankophone am Brüsseler Rand Spracherleichterungen und für Englischsprachige nicht? Warum ist die Amtssprache in flämischen Gemeindehäusern Niederländisch? Warum gibt es keinen zweisprachigen Schulunterricht? Warum ist Belgien nicht einfach zweisprachig? In den Antworten auf diese Fragen bittet Flandern um mehr Respekt vor demokratisch zustande gekommenen (Sprachen)-Gesetzen und erhofft sich, eigentlich unnötige Frustrationen abbauen zu können.

Brüsseler Rand wird immer internationaler

Am Brüsseler Rand lässt sich ein immer internationaler werdender Bevölkerungsteil nieder. Vor allem am östlichen flämischen Rand - in den Gemeinden Kraainem, Wezembeek-Oppem, Tervuren… - lebt heute ein hoch gebildeter Bevölkerungsteil aus Arbeitnehmern bei der EU oder internationalen Organisationen, aus Lobbyisten und Diplomaten, aus Idealisten, die bei regierungsunabhängigen Verbänden aus aller Welt tätig sind und nicht zuletzt viele ausländische Journalisten und Medienvertreter.

In den 19 Gemeinden, die die Region Brüssel-Hauptstadt bilden, sind rund 11,5 % der Bevölkerung ausländischer Herkunft. In den Gemeinden mit Spracherleichterungen am Brüsseler Rand sogar 17 %. Nicht nur, dass diese Gruppe(n) stets größer werden, nein, sie bilden einen immer wichtiger werdenden Kreis in den lokalen Gemeinschaften. Sie werden sogar bisweilen zu einflussreichen Meinungsmachern. Grund genug, einmal vorurteilsfrei mit ihnen über Flandern zu reden.

Infoblock

Speakers Corner: “Warum ist Belgien nicht einfach zweisprachig?“

Mittwoch, 8. Dezember 2010, 20 Uhr

Koloniënpaleis van Tervuren,

Paleizenlaan, 3080 Tervuren

Einschreibungen: info@derand.be

Dieser Abend findet im Rahmen des belgischen EU-Vorsitzes (www.eurotrio.be) und mit Unterstützung durch die Agentur für flämische Inlandspolitik statt.

Simultanübersetzung in Französisch, Englisch und Deutsch.

(Siehe auch unseren Infotipp auf der Homepage von flanderninfo.be)