Van Rompuy weiß, Belgien schafft das

Belgien wird die Wirtschaftskrise überleben. Das hat der ständige EU-Ratsvorsitzende und ehemalige Premier Herman Van Rompuy gegenüber dem VRT-Radio gesagt. "Selbst wenn wir 2011 immer noch keine Regierung haben, wird das Defizit weiterhin 4,7 Prozent betragen und wir müssen 4,1 Prozent erzielen. Mit ein bisschen Anstrengung bleiben wir also im Zeitplan."

In den letzten Wochen häuften sich die Berichte, dass unser Land in ernsthafte Schwierigkeiten komme, falls die politische Krise anhalte. Laut Van Rompuy werde es jedoch nicht dazu kommen.

"Man muss erst die objektiven Faktoren betrachten, denn auf die kommt es letztlich an. Wer gute Voraussetzungen mitbringt überlebt", so Van Rompuy. Und Belgien habe gute Voraussetzungen, fügte er hinzu. "Unsere Fundamente sind gut."

"Unser Haushaltsloch ist das kleinste in ganz Westeuropa, viel  kleiner als das von Frankreich, den Niederlanden oder Großbritannien und genauso klein oder groß wie das von Deutschland. Wir haben in der Tat hohe Schulden. Wir haben traditionell einen hohen Schuldenberg, aber in den letzten Jahren ist diese Differenz zurückgegangen."

"Objektive Faktoren sind ausschlaggebend"

"Unser Haushalt für 2010 wurde durch eine Regierung erstellt, die ich sehr gut kenne, weil ich ihr elf Monate lang vorsaß. Im Sommer 2009 haben wir nicht nur einen Haushalt für 2010 erstellt, sondern auch für 2011. 

Selbst wenn nichts passiert und wir 2011 keine Regierung haben - dabei folgen wir einer absurde Hypothese -, wird das Defizit auch dann bei nur 4,7 Prozent liegen. Wir müssen 4,1 Prozent erzielen. Mit ein bisschen Anstrengung bleiben wir also im Kurs."

Van Rompuy hat uns Belgier also beruhigt. Belgien muss keine Angst haben. Er warnt jedoch die Politiker: "Das psychologische Klima in einem Land, das jetzt von einer langen Regierungskrise geprägt ist, könnte eine Rolle spielen. Letztlich sind jedoch die objektiven Faktoren ausschlaggebend."

Außerdem plädiert Van Rompuy noch für eine bessere Koordination innerhalb Europas. "Nicht alle müssen die gleiche Politik haben, aber wir müssen alle in dieselbe Richtung gehen." Er ist weiterhin überzeugt, dass Europa auch aus dieser Krise herausfindet.