KB Lux-Fall: 14 Verdächtige frei

Die 14 Verdächtigen im KB Lux Prozess sind frei gesprochen worden. Das Brüsseler Berufungsgericht hat alle Beweise für unzulässig erklärt. Dem Richter zufolge seien die Ermittlungen manipuliert worden. Er erklärte sich für nicht zuständig.

Die 14 Verdächtigen hatten sich wegen Unterschriftenfälschung, Gebrauch von Fälschungen, Bandenbildung und Steuerhinterziehung vor Gericht zu verantworten.

Die Kreditbank soll zusammen mit ihrer Luxemburger Schwesterbank Kunden systematisch geholfen haben, Steuern zu hinterziehen. Insgesamt sollen rund 400 Millionen Euro unterschlagen worden sein.

Insgesamt wurden 41 Menschen verdächtigt, aber nur 14 Menschen mussten sich vor einem Gericht verantworten: 6 (ehemalige) Manager von KB Lux, 5 (ehemalige) Manager der Kreditbank und 3 Kunden. Sie wurden frei gesprochen, weil die Beweise für unzulässsig erklärt wurden. Der Richter des Berufungsgerichts erklärte sich zudem für nicht zuständig.

"Größter Steuerbetrug in der belgischen Geschichte"

Der KB Lux-Prozess wird von vielen als der größte Steuerbetrug seit eh und je in unserem Land bezeichnet. Die Ermittlungen wurden  Ende 1995 eingeleitet als der Untersuchungsrichter Jean -Claude Leys  die Namen und Kontonummern von 8.000 belgischen Kontoinhabern der KB Lux (Kreditbank Luxemburg)  beschlagnahmte.

Anfang der 90er Jahre hatten 5 Mitarbeiter der KB Lux nach ihrer Entlassung Informationen über die Konten bei der Bank gestohlen. Sie wollten damit Geld verdienen. Als ihnen das nicht gelang, gingen die Informationen zum Brüsseler Gericht. Kritik gab es vor allem an der Art und Weise, wie die Unterlagen  zum Untersuchungsrichter gekommen sind. Das ist auch der Grund, warum das Berufungsgericht die Beweise für unzulässig erklärt hat.