Cancun: "Realistisches Abkommen getroffen"

Beim Klimagipfel im mexikanischen Cancun stellten 200 Länder einen Maßnahmenkatalog zusammen, der die weltweite Klimaerwärmung aufhalten soll. Unter anderem müssen die Treibhausgase zurückgedrängt werden.

Die rund 200 Teilnehmerländer beim Klimagipfel im mexikanischen Cacun standen nach dem missglückten Klimagipfel von Kopenhagen vor genau einem Jahr unter dem Druck der Weltöffentlichkeit.

Dieses Mal aber können Resultate vorgelegt werden und dem Anschein nach ist der Kyoto-Prozess gegen den weltweiten Klimawandel noch nicht tot. In Cancun kam man überein, dass die Temperaturerwärmung zurückgedrängt werden müsse und stellte einen entsprechenden Maßnahmenkatalog zusammen. Der sieht unter anderem vor, den Ausstoß von Treibhausgasen einzuschränken.

Eine der Abmachungen von Cancun ist sehr konkret, denn sie verlangt von den Teilnehmerländern dafür zu sorgen, dass die Steigerung der Temperatur in diesem Jahrhundert nicht über 2°C hinausgehen darf, wie Flanderns Landesumweltministerin Joke Schauvliege (Foto), die die Europäische Union im Rahmen des belgischen EU-Vorsitzes vertrat, erklärt:

"Das Ziel, unter 2°C stehen zu bleiben, ist im Beschlusstext fest verankert. Doch wenn wir uns anschauen, was alle Länder derzeit gemeinsam unternehmen können, um der Erderwärmung Herr zu werden, reichen die Anstrengungen nicht und wir übersteigen den vereinbarten Rahmen. Der Text beinhaltet auch, dass wir mehr tun müssen und dass dazu auch rechtlich bindende Abmachungen getroffen werden sollen.“

Kommendes Jahr findet in Durban/Südafrika der nächste Weltklimagipfel statt. Dann soll allerdings ein globales Abkommen geschlossen werden.

"Schrittweise vorgehen"

Jos Delbeke (Foto), der belgische Generaldirektor der Umweltbehörde der EU-Kommission ist zufrieden mit dem, was in Cancun erreicht werden konnte. Der Gipfel von Kopenhagen im Dezember 2009 habe zu hohe Erwartungen gefördert. Cancun biete mehr Perspektiven:

"In Kopenhagen hatten wir gedacht, alle nötigen Beschlüsse in einem Mal treffen zu können. Jetzt gehen wir schrittweise vor und wir haben Beschlüsse gegen die Entwaldung, zur Anpassung von Gesetzen, zur Finanzierung und zur Transparenz und Verankerung der Zielsetzung getroffen. Ich bin der Ansicht, dass dies ein sinnvoller Schritt auf einem noch langen Weg ist.“