Flämisch-französischer Eurodistrikt

Die Provinz Westflandern gehört seit einigen Jahren zur Eurometropole Kortrijk-Tournai-Lille. Seit 2009 ist sie aber auch Teil einer weiteren grenzüberschreitenden Partnerschaft: Der Eurodistrikt Westflandern – Flandre/Dunkerque/Côte d’Opale.

Am 3. April 2009 wurde in Brügge das Startzeichen für eine neue grenzüberschreitende Partnerschaft zwischen der Provinz Westflandern und dem französischen Nachbarland gegeben. Vorsitzender der Kooperation ist derzeit der französische Staatsminister und ehemalige Bürgermeister von Dünkirchen, Michel Delbarre.

An diesem Tag nahm das Projekt Westflandern – Französisch-Flandern/Dünkirchen/Opalküste seinen offiziellen Anfang.

Neben der Provinz Westflandern (Brügge, De Panne (Foto oben), Ypern, Kortrijk) ist die französische Region Flandre-Dunkerque-Côte d’Opale, der nordöstlichste Punkt Frankreichs mit seinem Nordseehafen, seinem Industriestandort (Chemie) und seiner wunderschönen Küste (die man sehen kann, wenn man von Oostende aus mit der Fähre nach England fährt), der zweite Partner.

Dieser Eurodistrikt ist ein Europäische Verbund für Territoriale Zusammenarbeit (EVTZ), dem insgesamt 13 lokale und regionale Partner angehören. Im Vorfeld, bereits seit den 1980er Jahren, rückten Westflandern und das französische Flandern immer enger aneinander heran.

Zusammenarbeit läuft in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel auf kultureller, landwirtschaftlicher und wirtschaftlicher Ebene, im Bereich Tourismus, Arbeitsmarkt, Ausbildung und öffentlicher Nahverkehr und auch in Sachen Gesundheit. Hier arbeiten Krankenhäuser auf beiden Seiten der Grenze im Bereich Nuklearmedizin zusammen, wenn Patienten PET-Scanner oder Tomographie-Untersuchungen brauchen.

Touristisch gesehen haben beide Partnerregionen eine reichhaltige gemeinsame Geschichte, nicht zuletzt die Schlachtfelder des Ersten Weltkriegs und die Geschehnisse zu Beginn und am Ende des Zweiten Weltkriegs. Beide Regionen haben aber auch viele schöne Landstriche voller Natur zu bieten und das flache Land bietet sich für Fahrradferien geradezu an.

Interreg IV

Seit 2009 werden hier mehrere grenzüberschreitende Projekte über das entsprechende EU-Förderprogramm Interreg IV finanziert, darunter die Kooperation einiger Krankenhäuser, kulturelle Projekte und die touristische Aufwertung der Sehenswürdigkeiten an der westflämischen Westküste und nordfranzösischen Opalküste.

Projekte in Arbeit sind derzeit eine gemeinsame Politik in Sachen Wasserversorgung, die Schaffung von umweltfreundlichen und CO2-neutralen Zonen und die Verlängerung der belgischen Küstentram in Richtung Bray Dunes und Dünkirchen auf der französischen Seite der Grenze.