Neue Fangquoten für Europas Fischer

Im Vergleich zum Jahr 2010 dürfen die Fischer in der Nordsee und im Nordatlantischen Ozean nächstes Jahr weniger Fisch fangen. Die europäischen Fischereiminister haben neue Fangquoten festgelegt.

Insgesamt darf nicht mehr soviel Kabeljau und Lachs gefangen werden, wie bisher. Doch die Quoten für Hering (Foto oben) und Scholle wurden nach oben korrigiert. Drastisch werden die Fangquoten für Kabeljau zurückgeschraubt. Der Fischbestand bei dieser Sorte soll sich durch eine um 20 % verringerte Fangquote wieder etwas erholen. Die Quote für Lachs und Salm wurde um 13 % gekürzt.

Allerdings darf im kommenden Jahr wieder mehr Hering (+ 22 %) und mehr Scholle (+ 15 %) gefangen werden. Die in Europa zuständigen Minister für Fischerei haben wissenschaftliche Daten zum Erhalt der Fischbestände als Basis für die Festlegung der neuen EU-Fangquoten genommen.

Vorsitzender der Verhandlungen war Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V - Foto), der für den Fischfang zuständig ist. Er Vertrat Belgien im Rahmen des EU-Vorsitzes.

Peeters kann sich mit den neuen Regelungen anfreunden. Er sieht selbst positive Vorzeichen für den Flanderns Fischerei: "Der Vorschlag beinhaltet Perspektiven für den flämischen Fischereisektor. Ich bin zufrieden darüber, dass wir wieder ein ausgeglichenes Abkommen treffen konnten.“

Mit wissenschaftlichem Beistand habe man Quoten auferlegt, die auf lange Sicht zu einer Erholung der Fischbestände führen werden: "Mit der Perspektive, nachhaltig befische Bestände bis 2015 erreichen zu können schließen wir in dieser Hinsicht den belgischen EU-Vorsitz hoffnungsvoll ab!“

Belgien: Nachhaltige Fischer

Die belgischen Fischer fangen in erster Linie Scholle und Seezunge. Um die Bestände dieser Fischarten steht es in der Nordsee offenbar derzeit nicht schlecht, denn auch die hiesigen Fischer fahren heute auf nachhaltige Weise auf die See hinaus.

Deshalb dürfen die Fischer von der belgischen Küste 15 % mehr Scholle fangen, denn hier gehen die Quoten nicht nach unten.

Die Reederzentrale, der Dachverband der Fischer in Flandern, zeigte sich zufrieden mit den Resultaten des EU-Fischereirates.

Hier bemängelt  man allerdings den Mangel an klaren Informationen zum abnehmenden Fischbestand beim Kabeljau von Seiten der Union.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die Verkürzung der Fangzeiten auf See. Nur durch den konstanten Abbau der flämischen Fangflotte kommt hier noch ein wenig Freiraum, so ein Sprecher der Reederzentrale.

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